Ärzte Zeitung, 07.12.2010

Kommentar

Nächste Runde im Pokerspiel

Von Jürgen Stoschek

Das Pokern zwischen dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) und den Kassen um den angekündigten Systemausstieg der Hausärzte geht weiter. Nachdem die AOK Bayern mit der Kündigung des Hausarztvertrages zum 14. Januar gedroht hatte, sollte der BHÄV bis dahin seine Aktivitäten zum Systemausstieg nicht eingestellt haben, hat BHÄV-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller jetzt zum Gegenschlag ausgeholt.

Noch vor Weihnachten soll die AOK einer Verlängerung des bestehenden Hausarztvertrages um vier Jahre bis Ende 2015 zustimmen, verlangt Hoppenthaller. Im Gegenzug ist der BHÄV bereit, die von der AOK geforderte Absenkung der Fallwertobergrenze im Hausarztvertrag von 84 auf 76 Euro zu akzeptieren.

Mit seinem Angebot und der vorgezogenen Abstimmung zwei Tage vor Weihnachten über Vertragsverlängerung oder Systemausstieg hat der BHÄV den "Schwarzen Peter" an die AOK weitergereicht. Sollte die Kasse der Anpassung des Hausarztvertrages nicht zustimmen, bliebe nach Hoppenthallers Logik nur der Ausstieg. Der BHÄV versucht wieder, die Regeln des Spiels zu bestimmen, das Pokern geht weiter.

Lesen Sie dazu auch:
Hoppenthaller beschleunigt den Streit um den Systemausstieg

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »