Ärzte Zeitung, 12.12.2010

Harsche Kritik an AOK-Chef Reichelt

KÖLN (eb). Äußerungen von AOK-Chef Dr. Helmut Reichelt in einem Interview mit der "Welt", nach denen es "nach wie vor zu viele Ärzte in Deutschland" gibt, sind beim Landesverband Nordrhein des NAV-Virchowbunds auf harsche Kritik gestoßen.

"Überversorgung wie auch Unterversorgung im Sinne der bestehenden Bedarfsplanung gehen an der Realität des tatsächlichen Bedarfs vorbei", so NAV-Landesgruppenchef Dr. Helmut Gudat.

Reichelt mache sich um eine ausreichende Versorgung und die Verbesserung medizinischer Leistungen wenig Gedanken. Es gehe ihm um kalte Kostendämpfung, so Gudat.

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[13.12.2010, 09:12:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Hart, aber fair"
Dr. Herbert Reichelt von der AOK wollte uns Ärzten ein Geschäftsmodell andienen, bei dem in seinen Augen wenig frequentierte Innenstadt- und Zentrumspraxen mit Geld aus seiner (übervollen?) "Gesundheitskasse" aufgekauft und abgefunden werden. Um in ländlichen, unterversorgten Gebieten neue Praxen aufzumachen, die dann mit der AOK genehmen Ärztinnen und Ärzten besetzt werden. Das Ganze soll in einer Art Schneeballsystem (der Winter lässt grüßen!) von den eingesparten Arzthonoraren ausgeglichen finanziert werden?

Herr Dr. Reichelt, wir haben da mal eine Frage: Wie sollen sich denn engagierte Hausärzte in unterversorgten Notstandsgebieten niederlassen, wenn das Regelleistungsvolumen z. B. in der KV Westfalen-Lippe pro Patient und pro Quartal (3 Monate!!!) nicht mal Ihren Netto-Stundenlohn erreichen kann?

Mit freundlichen Grüßen, Dr. med. T. G. Schätzler, FAfAM in Dortmund  zum Beitrag »

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