Ärzte Zeitung, 20.12.2010

Kommentar

Bemerkenswerte Partnerschaft

Von Dirk Schnack

Ärztegenossenschaft und Westküstenklinikum gehen eine bemerkenswerte Partnerschaft ein, die Vorbildcharakter haben könnte. Das Klinikum tritt Anteile seiner MVZ-Gesellschaft an die Genossen ab und gibt damit den niedergelassenen Ärzten weit reichende Entscheidungsspielräume.

Künftig kann das in Sachen ambulanter Versorgung sehr rührige Klinikum kein MVZ mehr gegen den Willen der Genossen gründen oder ausbauen. Was wie eine Schwächung des Klinikums klingt ist ein strategisch kluger Schachzug des Managements. Das hat erkannt, dass bloße Beteuerungen das Misstrauen der Praxisinhaber nicht ausräumen können.

Mit der Übertragung der Anteile begegnen sich Klinik und Niedergelassene wieder auf Augenhöhe. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die ambulante Versorgung trotz des Ärztemangels gemeinsam zu sichern.

Die Genossenschaft übernimmt damit große Verantwortung und geht ein Risiko ein: Wenn sich die Stimmung erneut gegen das Klinikum und seine MVZ wendet, kommt die Ärzteorganisation in Erklärungsnot. Sie muss alles daran setzen, damit Klinik und niedergelassene Ärzte kooperieren.

Lesen Sie dazu auch:
Klinikum überträgt Ärzten 49 Prozent seiner MVZ-Anteile

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »