Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Tumor-Ärzte in Leipzig sollen in Zukunft im Kompetenzzentrum kooperieren

LEIPZIG (tt). Das Klinikum St. Georg in Leipzig hat ein Onkologisches Zentrum gegründet, es soll ein Schritt hin "zum Aufbau eines modern ausgerichteten Interdisziplinären Kompetenzzentrums für Tumortherapie" in der Messestadt werden. Sechs Organzentren kooperieren in dem Zentrum: die Fachrichtungen Lunge, Darm, Prostata, Brust, Kopf/Hals und blutbildendes System, teilte das Klinikum mit.

Tumor-Ärzte in Leipzig sollen in Zukunft im Kompetenzzentrum kooperieren

St. Georg in Leipzig hat nun ein Onkologisches Zentrum nach den Maßgaben des Nationalen Krebsplans.

© dpa

Das Zentrum wurde nach den Maßgaben des sogenannten Nationalen Krebsplans aufgebaut. Der Plan wurde 2008 von der Bundesregierung auf den Weg gebracht, um auf die mit der steigenden Lebenserwartung einhergehende Häufung von Krebserkrankungen zu reagieren. Der Plan sieht unter anderem die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und den Aufbau onkologischer Versorgungsstrukturen vor.

In dem Onkologischen Zentrum sind die Tumorspezialisten des Klinikums fach- und sektorenübergreifend vernetzt. "Um die Heilungsraten bei Krebserkrankungen weiter zu steigern, ist es notwendig, dass Krebspatienten in allen Stadien ihrer Erkrankung umfassend und integriert betreut werden", hieß es dazu in einer Erklärung. Es werde sichergestellt, "dass alle beteiligten Mediziner mit dem Patienten und dessen Angehörigen an der Behandlung dieser schweren Krankheit zusammenarbeiten". Das sei eine Voraussetzung dafür, die Patienten individueller behandeln zu können, so der Geschäftsführer des Klinikums, Professor Karsten Güldner. Zum Lenkungsteam des Zentrums gehören die Leiter der Organzentren, die Chefärzte für Strahlentherapie und Radioonkologie und der Pathologie, die Pflegedienstleitung und eine Qualitätsmanagement-Beauftragte. Insgesamt sind 15 Disziplinen am Zentrum vertreten, erklärte das St. Georg.

Schon seit knapp zehn Jahren gibt es im Klinikum ein "Interdisziplinäres Behandlungszentrum für Onkologie". Hier geht es vor allem um die Bereitstellung technischer Ressourcen zur Krebsbehandlung, zum Beispiel ist dort die "selektive Interne Radio-Therapie" möglich, eine Behandlungsform von bösartigen Tumoren in der Leber. Jährlich werden im Leipziger Klinikum nach Auskunft eines Sprechers mehr als 6000 Tumorpatienten versorgt. Die Klinik unterhält weiterhin eine Tumorberatungsstelle für Betroffene und ihre Angehörigen.

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