Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Starre Fronten im bayerischen Hausärzte-Streit

MÜNCHEN (dpa). Im Streit zwischen den Hausärzten und den Krankenkassen in Bayern sind die Fronten verhärtet. Der Verband der Ersatzkassen Bayern (VDEK) kündigte am Mittwoch an, vorerst keine neuen Verhandlungen mit den Hausärzten zu führen.

Diese hätten mit einer Honorarverbesserung von 25 Prozent rechnen können, sagte der VDEK-Landeschef Ralf Langejürgen dem Bayerischen Rundfunk. Da sie aber nicht von ihrem Systemausstieg abgewichen seien, habe der VDEK die Verträge fristlos gekündigt und damit die Aktivitäten des Hausärzteverbandes sanktioniert.

Das bayerische Gesundheitsministerium übte scharfe Kritik. Die Hausarztverträge seien geltendes Gesetz. "Daran haben sich auch die Kassen zu halten", sagte eine Sprecherin. Man erwarte von den Kassen ein faires Verhalten im Interesse der Patienten. Die steigenden Beiträge zu Jahresbeginn müssten sich auch in einer verbesserten Versorgung niederschlagen. Dazu dienten die Hausarztverträge. "Die Patienten sind die ständigen Streitereien von Funktionären leid - das bayerische Gesundheitsministerium auch."

Der Chef des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller war zurückgetreten, nachdem sich bei einer Abstimmung in Nürnberg keine Mehrheit für seinen Plan gefunden hatte, das System der gesetzlichen Krankenversicherung zu verlassen. Wegen dieser Aktion hatten die AOK Bayern, die Ersatzkassen und eine Reihe von Betriebskrankenkassen ihre besser honorierten Hausarztverträge gekündigt.

Lesen Sie dazu auch:
Ausstieg scheitert, Hoppenthaller geht - wie geht es jetzt weiter in Bayern?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »