Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Bremen: Neuer Versorgungsvertrag für Kinder mit ADHS

Bremen mit neuem Versorgungsvertrag für Behandlung von ADHS-Kindern

BREMEN (cben). Neue Chancen für ADHS-Kinder in Bremerhaven. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) und die AOK Bremen/Bremerhaven haben einen Versorgungsvertrag zur Behandlung von Kindern mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) unterzeichnet. Der Vertrag gilt zunächst in der Modellregion Bremerhaven.

Der neue Vertrag für AOK-Versicherte im Alter von 4 bis 17 Jahren (in Einzelfällen bis zum 21. Lebensjahr) umfasst vor allem eine verbesserte Diagnostik und eine koordinierte Zusammenarbeit von Kinderärzten und Psychotherapeuten in so genannten ADHS-Teams.

Darüber hinaus biete der Vertrag einen erleichterten Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung, Schulungen und Hilfen für Eltern sowie einen streng kontrollierten Medikamenteneinsatz. "Ein solches Konzept gibt es bisher nur in ganz wenigen Regionen", so Dr. Jörg Hermann, Chef der KVHB.

Die Initiatoren versprechen sich mehr Zeit für die Behandlung, mehr Unterstützung der Eltern und einen kontrollierten Medikamenteneinsatz, wie es hieß. Mehr als 5000 Kinder und Jugendliche im Land Bremen leiden an ADHS.

Wichtiger als Medikamente sei eine abgestimmte medizinische und therapeutische Behandlung, so die KVHB. Das wichtigste Ziel sei, Methylphenidat (Ritalin®) erst dann zu verordnen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichten, hieß es.

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