Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Es geht nicht nur um die Vergütung

Wie kann die hausärztliche Versorgung vor allem im ländlichen Raum verbessert werden? Auch das war ein Thema beim Hausärzte- Hearing im Bayerischen Landtag.

MÜNCHEN (sto). Um den Nachwuchssorgen im hausärztlichen Bereich zu begegnen, soll es bei neuen Hausarztverträgen in Bayern nicht nur um die Vergütung, sondern auch um strukturelle Verbesserungen gehen.

Angesichts der demografischen Entwicklung insbesondere im ländlichen Raum müsse alles getan werden, um die hausärztliche Versorgung zu stärken, meinte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder beim Hausärzte-Hearing am Freitag im Bayerischen Landtag.

"Der AOK-Hausarztvertrag wäre ein gutes Vorbild für Vereinbarungen auch mit anderen Kassen", erklärte dazu der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Dr. Wolfgang Krombholz. Denn der AOK-Vertrag habe durchaus das Potenzial, den Nachwuchssorgen im hausärztlichen Bereich begegnen zu können.

Eine Bedingung sei jedoch, dass Hausarztverträge eine Laufzeit über mehrere Jahre haben, so dass Planungssicherheit besteht, ergänzte der stellvertretende BHÄV-Vorsitzende, Dr. Dieter Geis. Ein Vorteil des AOK-Vertrages sei außerdem der vergleichsweise geringere Verwaltungsaufwand. Denn die zunehmende Bürokratie in den Hausarztpraxen schrecke viele junge Ärzte ab, berichtete Geis.

Die AOK sei nach wie vor zu neuen Verhandlungen über Hausarztverträge bereit, erklärte AOK-Vorsitzender Dr. Helmut Platzer. Für die AOK sei die hausarztzentrierte Versorgung ein Grundpfeiler der medizinischen Versorgung. Mit dieser Versorgungsform sollten die Patienten eine bessere und dank der Lotsenfunktion des Hausarztes auch eine wirksamere Behandlung bekommen, so Platzer.

Einen "Einheitsvertrag" für die hausärztliche Versorgung lehnte hingegen der Vertreter der Ersatzkassen in Bayern, Dr. Ralf Langejürgen, ab. Um Hausärzte für ländliche Regionen zu gewinnen, brachte Sigrid König vom BKK-Landesverband differenzierte Honorarvereinbarungen für Stadt und Land ins Gespräch.

Lesen Sie dazu auch:
Neustart für 73b-Verträge - aber ohne Drohgebärden
Söder schlichtet, Hausärzte und Kassen wollen wieder verhandeln
Standpunkte zum Thema hausärztliche Versorgung

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Geradewegs in die nächste Sackgasse?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »