Ärzte Zeitung online, 26.01.2011

Nach "Sexy Coras" Tod: Ruf nach strengeren Regeln für Schönheits-Op

BERLIN (hom). Nach dem tragischen Tod der 23-jährigen Erotikdarstellerin "Sexy Cora" werden die Rufe nach schärferen Regeln für Schönheits-Operationen lauter.

Nach "Sexy Coras" Tod: Ruf nach strengeren Regeln für Schönheits-Op

Das Erotikmodell "Sexy Cora": Ihr Tod hat eine Debatte über Schönheits-Operationen ausgelöst.

© dpa

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, sagte der "Ärzte Zeitung", im vorliegenden Fall handele es sich zwar nicht um eine minderjährige Person.

Gleichwohl mache auch das Schicksal der 23-jährigen "Sexy Cora" deutlich, "dass es da nicht Wild-West geben darf". Nötig seien vielmehr klare Regeln zum Schutze des Patienten - "nicht nur, aber insbesondere bei Schönheits-Operationen", betonte der CDU-Politiker.

Spahn hatte sich erst kürzlich im Gespräch mit der Zeitung "Welt" dafür ausgesprochen, Schönheits-Operationen bei Minderjährigen - sofern sie aus medizinischer Sicht nicht zwingend geboten seien - zu verbieten.

Es sei geradezu "unerträglich", dass manche 14-Jährige von ihren Eltern eine Nasen-Operation zum Geburtstag geschenkt bekomme.

Der Begriff "Schönheitschirurgie" müsse geschützt und ins ärztliche Berufsrecht aufgenommen werden, hatte Spahn im Gespräch mit der Zeitung gefordert.

"Sexy Cora" hatte am 11. Januar bei einer Operation, bei der sie sich ihre Brüste zum insgesamt sechsten Mal vergrößern lassen wollte, in der Hamburger Alster-Klinik einen Herzstillstand erlitten.

Anschließend wurde sie von Ärzten der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) in ein künstliches Koma gelegt. Am 20. Januar verstarb sie.

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Dr. Horst Grünwoldt 
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