Ärzte Zeitung online, 28.02.2011

Rösler gegen Vorgabe einer Terminfrist für Kassenpatienten

BERLIN (dpa). Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt die von der Union vorgeschlagene Vorgabe für Fachärzte ab, dass sie Kassenpatienten künftig binnen drei Wochen einen Termin geben müssen. "Versprechen kann man viel, aber so löst man keine Probleme", sagte Rösler. "Eine gute Versorgungssituation kann man nicht einfach per Gesetz bestimmen."

Grund für die derzeit langen Wartezeiten ist nach Röslers Ansicht nicht der Unwillen der Ärzte, Patienten zu behandeln. "Fakt ist: Es gibt zu wenige Ärzte, die überhaupt noch Termine vergeben können. Deshalb bleibe ich dabei: Wir müssen dafür sorgen, dass es wieder mehr Ärzte gibt", sagte der Minister der Zeitung "Die Welt" (Montagsausgabe).

Die Gesundheitspolitiker von CDU und CSU hatten die Vorgabe in der vergangenen Woche als Teil eines Pakets beschlossen, mit dem sie mehr Druck für die Bekämpfung des Ärztemangels machen wollen.

Um den Beruf des Landarztes attraktiver zu machen, will Minister Rösler nicht nur den Ärzten in dünn besiedelten Gebieten mehr Geld zahlen. "Krankenhäuser in unterversorgten Gebieten sollen einen finanziellen Anreiz dafür bekommen, wenn sie Assistenzärzte in der Allgemeinmedizin ausbilden", sagte er.

Zuvor schon hatte er angekündigt, dass Ärzte auf dem Land, die mehr als eine bestimmte Zahl an Patienten behandeln, keine Abschläge mehr beim Honorar hinnehmen müssten.

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