Ärzte Zeitung online, 07.03.2011

Kommentar

Mit neuem Gesetz zu altem Ziel

Von Anno Fricke

Mit der Gesundheitsreform 2007 hat die Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) geschaffen. Dessen Umsetzung lässt auf sich warten. Erst in wenigen Regionen gibt es die Palliative Care Teams.

Das sind Netzwerke, in denen Ärzte, Pflegende, Physiotherapeuten, aber auch Psychologen, Sozialarbeiter und Priester zusammenarbeiten. Von der im Gesetz geforderten flächendeckenden Versorgung ist Deutschland weit entfernt.

Weil das Interesse der Krankenkassen so quälend schleppend erwacht, freiwillig Verträge mit den Leistungserbringern zur SAPV zu schließen, fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung nun, diese Versorgungsform über einen Kollektivvertrag aufzubauen.

Ein solcher Vertrag könnte auch die Hausärzte besser stellen. Sie leisten den Löwenanteil an der palliativmedizinischen Versorgung. Von 90 Prozent gehen die Fachleute aus. Bezahlt bekommen sie dafür nur die kaum kostendeckenden Honorare für Hausbesuche. Das sollte sich ändern.

Gelegenheit dazu hat der Gesetzgeber bei der Formulierung des Patientenrechtegesetzes in diesem Jahr. Das Verfahren könnte frischen Wind auch in den Aufbau der SAPV bringen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Palliativversorgung entwickelt sich im Schneckentempo

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