Ärzte Zeitung, 31.03.2011

AOK Bremen macht gute Erfahrungen mit Projekt zur Zweitmeinung

BREMEN (cben). Zweitmeinungen erwünscht: Das Angebot "AOK Duo - die ärztliche Zweitmeinung" der AOK Bremen/Bremerhaven hat sich in den Augen der Initiatoren bewährt.

"Wir haben seit dem Start von AOK Duo im Sommer 2010 knapp 65 Patienten betreut und beraten", erklärte Jörn Hons, Sprecher der AOK Bremen/Bremerhaven. 

Die Kasse vermittelt den Patienten kostenlos ein Zweitmeinungsgespräch mit Spezialisten aus Kliniken des Landes Bremen oder mit niedergelassenen Fachärzten.

"Das geschieht meist binnen 72 Stunden", so Dr. Jörg Gröticke, Onkologe am Klinikum Mitte und einer der beratenden Ärzte, zur "Ärzte Zeitung". "Ich erhalte Diagnosen, Blutwerte, Röntgenbilder und spreche dann etwa eine Stunde mit dem Patienten." 

So half er bei der Entscheidung eines Patienten mit Blasenkrebs, ob er eine Blase aus Darmgewebe erhalten soll oder nicht. Der Patient war auf Anraten des Hausarztes gekommen. "Abzuwägen war die Gefahr einer großen Operation gegen die Möglichkeit, von Krebs geheilt zu werden", so Gröticke.

Er habe zugeraten, und der Patient hat sich dafür entschieden. Bei einem anderen Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs stand die Entscheidung an, ob eine Chemotherapie ratsam sei. "In diesem Fall habe ich von einer Chemo abgeraten", so Gröticke. 

Die Reaktionen der Patienten seien laut AOK  sehr positiv: "Die ärztliche Zweitmeinung war für mich sehr hilfreich", zitiert die Kasse einen Patienten. Ein anderer sagte: "Es gab eine gründliche und vor allem verständliche Abwägung der Chancen und Risiken."

Auch Gröticke schickt seine Patienten zu Kollegen: "Ich rate in schweren Entscheidungen eine zweite Meinung einzuholen." 

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »