Ärzte Zeitung, 02.04.2011

Hausärzteverband spekuliert über AOK-Zusatzbeitrag

MÜNCHEN (sto). Die Mitteilung der AOK Bayern, sie werde auch weiterhin ohne Zusatzbeitrag auskommen, ist beim Deutschen Hausärzteverband auf Zweifel gestoßen.

"Ob dieses Dementi angesichts der bekannten Finanzlage der AOK Bayern lange haltbar ist, darüber mag man spekulieren. Auffällig ist jedoch, dass die AOK Bayern eine Verbindung zum Hausarztvertrag herstellt, dessen Abschluss sie verzögert", sagte der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt.

Er habe den Verdacht, dass eventuell bereits jetzt schon notwendige Zusatzbeiträge der Versicherten künftig dem Hausarztvertrag angelastet werden sollen, erklärte Weigeldt.

Unterdessen hat der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) "Informationen für Versicherte der AOK Bayern zum Thema Änderung bei der Praxisgebühr" veröffentlicht.

In ihren Rundschreiben habe die AOK den Eindruck erweckt, dass die Versicherten wegen der Kündigung des Hausarztvertrages wieder die Praxisgebühr zahlen müssen. Tatsächlich, so der BHÄV, stelle die Befreiung von der Praxisgebühr aber keine Regelung des Hausarztvertrages dar.

Allerdings könne die AOK die Befreiung von der Praxisgebühr in Verbindung mit einer Teilnahme am Hausarztvertrag autonom in ihrer Satzung festlegen. Bereits Mitte Dezember 2010 habe die AOK Bayern jedoch ihre Satzung geändert.

Danach seien Patienten, die im Dezember 2010 am AOK-Hausarztvertrag teilnehmen, nur noch für das erste Quartal 2011 von der Praxisgebühr befreit.

Damit werde deutlich, so der BHÄV: "Ab dem 1. April 2011 wäre die Praxisgebühr sowieso - auch ohne Kündigung des Hausarztvertrags - wieder fällig geworden".

Lesen Sie dazu auch:
AOK Bayern weist Spekulationen über Zusatzbeitrag zurück

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (18564)
Krankenkassen (17347)
Organisationen
AOK (7366)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Mikroben – Heimliche Heiler

Jede zweite Zelle in und auf uns gehört einer Mikrobe. Durch die erfolgreiche Behandlung mit fäkalen Mikrobiota – zum Beispiel bei Autismus – hat die Mikrobiomforschung an Fahrt gewonnen. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden – und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »

628 Kliniken soll Geld gestrichen werden

Hunderte Krankenhäuser sollen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten. mehr »