Ärzte Zeitung, 19.04.2011

KV und AOK für schnellere Diagnose bei Rheumakranken

POTSDAM (ami). In Brandenburg soll die Versorgung von Rheumatikern verbessert werden. Dazu hat die KV einen Vertrag mit der AOK Nordost geschlossen.

Ziel ist es Patienten mit rheumatoider Arthritis und Spondyloarthritiden engmaschiger zu betreuen und die Erkrankungen früher zu erkennen. So soll das Fortschreiten der chronischen Erkrankungen möglichst lange hinausgezögert werden. Eingebunden sind Hausärzte und Rheumatologen.

Hausärzte erhalten einmalige Pauschalen von 15 Euro für die Früherkennung und bei Bestätigung der Diagnose durch den Facharzt, sowie eine Betreuungspauschale von zehn Euro für regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Koordinierung und Dokumentation. Rheumatologen können einmal im Quartal Akut- und Betreuungspauschalen von je 40 Euro abrechnen.

Hinzu kommen diverse Pauschalen für Einzelleistungen wie zum Beispiel Infusionen (25 Euro), die strukturierte Patienteninformation (zehn Euro) oder die Betreuung durch eine Rheuma-Assistentin (zehn Euro).

"Weil dieser Vertrag die aktuellen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie bei entzündlichem Rheuma abbildet, die rheumatologische Fachassistenz anerkennt und einen kontinuierlichen, kooperativen Ansatz zwischen Haus- und Fachärzten vorsieht, wird erstmals einer umfassenden Versorgung der Patienten Rechnung getragen", so Dr. Joachim-Michael Engel vom märkischen Berufsverband Deutscher Rheumatologen.

"Das ist der erste Vertrag dieser Art in Deutschland und damit modellhaft für eine strukturierte Rheumabehandlung", so Engel, der an der Entwicklung des Vertrages mitgewirkt hat.

Es sei notwendig, dass die Strukturvertrags-Leistungen möglichst rasch allen Rheuma-Patienten zugute kämen, betonte der Rheumatologe aus Bad Liebenwerda, der auch Vorstandsmitglied der Deutschen Rheumaliga Brandenburg ist. Auch die Patientenvereinigung betrachtet den Vertrag als deutliche Verbesserung der Versorgung.

Die noch im Rheumaplan des Landes Brandenburg 2009 dokumentierten gravierenden Mängel in der Rheumaversorgung würden mit diesem Vertrag zu einem großen Teil beseitigt, so Werner Dau, Präsident der märkischen Rheuma-Liga.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »