Ärzte Zeitung, 12.04.2011

KBV/ABDA-Plan: Apotheker als Ko-Therapeuten

Sparpotenzial in Milliardenhöhe bei Multimedikation

BERLIN (af). Ärzte und Apotheker fordern von der Regierung, einen Teil der Arzneimittelversorgung in ihre gemeinsame Verantwortung zu übertragen.

KBV/ABDA-Plan: Apotheker als Ko-Therapeuten

Die Ärztin verschreibt nur den Wirkstoff, die Apothekerin wählt das Präparat aus.

© [M] Klaro / Stephan Thomaier

Das gemeinsame "Zukunftskonzept Arzneimittelversorgung" von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sieht eine enge Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker bei der Medikation eines Patienten vor.

Zielgruppe seien die rund sieben Millionen Patienten, die dauerhaft mindestens fünf Arzneimittel einnehmen, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller am Dienstag in Berlin. Etwa ein Drittel dieser Patienten hoffe man mit dem Konzept zunächst zu erreichen.

Das Konzept, das die beiden Organisationen zur Aufnahme in das Versorgungsgesetz ab Januar 2012 vorschlagen, sieht vor, dass der Patient einen gemeinsam erarbeiteten Medikationsplan erhält. Verordnet werden sollen nur noch Wirkstoffe. Die Richtgrößenprüfungen sollen entfallen.

Was ist Ihre Meinung?

Sollen sich Ihre Patienten an einen bestimmten Apotheker binden? Kann der Apotheker einen Patienten sachgerecht und vertraulich beraten? Wollen Sie Ihre Patientendaten mit einem oder mehreren Apothekern teilen? Halten Sie es für richtig, dass der Apotheker je Patient ein Honorar von 180 Euro bekommt? Halten Sie die Compliance Ihrer chronisch Kranken für problematisch?

Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an az_online@springer.com, wir veröffentlichen Ihren Kommentar online und ggf. auch in der gedruckten Zeitung.

Über eine streng leitliniengerechte Versorgung solle für die Medikation ein "Behandlungskorridor" entstehen, in dem evidenzbasierte Medizin betrieben werde. Dass es sich dabei um den allmählichen Aufbau einer "Positivliste" handele, wollten die Sprecher von KBV und ABDA nicht bestätigen.

2,1 Milliarden Euro seien über dieses Konzept und die damit einhergehende Verbesserung der Compliance im Jahr 2014 einzusparen, sagte ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf.

Ein Drittel davon wollen Ärzte und Apotheker als Vergütung behalten. Arzt und Apotheker bekämen pro Patient zusammen 360 Euro.

Lesen Sie dazu mehr am Mittwoch in Ihrer "Ärzte Zeitung" und auf www.aerztezeitung.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »