Ärzte Zeitung, 20.04.2011

Schwere Bedenken gegen Bedarfsplanung en détail

Simulation der KV Berlin: Kleinräumige Planung zeigt Ärztemangel

BERLIN (ami). Eine kleinräumige Bedarfsplanung bringt keinen Gewinn an Flexibilität. Darauf weist der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Dr. Uwe Kraffel in der Diskussion um das von der Bundesregierung geplante Versorgungsgesetz hin.

Schwere Bedenken gegen Bedarfsplanung en détail

Wie im Brennglas zeigt die Hauptstadt die Strukturprobleme der Ärzteversorgung in Deutschland: Ungleichgewicht und Heterogenität.

© [M] VRD / fotolia.com | Dilek Yasar

Kleine Planungsbereiche können nach Kraffels Berechnungen zu einer künstlichen Steigerung des Ärztebedarfs führen und Kooperationen behindern. "Je kleinräumiger ich plane, einen desto höheren Bedarf an Ärzten habe ich", sagte er.

Allerdings gebe es in kleinen Gebieten auch schnell Überversorgung, wenn sich Gemeinschaftspraxen. Das zeigte Kraffel am Beispiel Berlins.

Kleinräumige Bedarfsplanung wird von vielen Seiten gefordert. Eine kleinräumige Planung könne "viel besser den tatsächlichen Bedarf abbilden", so Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller Anfang März.

Ähnliche Forderungen kamen auch von Regional-KVen. Dagegen hat Gesundheitsstaatssekretär Daniel Bahr (FDP) Skepsis geäußert, ob Detailplanung den Ärztemangel in strukturschwachen Regionen beheben kann.

Die Eckpunkte zum Versorgungsgesetz lassen offen, wie die Bedarfsplanung gestaltet wird. Den Rahmen für Größe und Struktur der Planungsbereiche soll den Eckpunkten zufolge der Bundesausschuss abstecken.

Das letzte Wort wird aber den regionalen Gremien überlassen. Der Vorstand der KV Berlin hat bereits entschieden: Die Hauptstadt bleibt ein einziger großer Zulassungsbereich.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Planspiel Bedarfsplanung: So entsteht auch in Berlin ein Ärztemangel

Lesen Sie dazu auch den Standpunkt:
Brennglas Berlin

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »