Ärzte Zeitung online, 27.05.2011

FDP-Politiker kritisiert geplantes Versorgungsgesetz

BERLIN (dpa). Der FDP-Gesundheitspolitiker Lars Lindemann hat das geplante Versorgungsgesetz kritisiert. "Das Versorgungsgesetz leidet unter den vielen Kompromissen zwischen Bund, Ländern und Fraktionen", sagte Lindemann.

So sei er skeptisch, "ob uns das Herumdoktern an der Bedarfsplanung weiterbringt", sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich Bund, Länder und Koalitionsfraktionen auf ein Gesetz gegen den Ärztemangel vor allem auf dem Land und für eine bessere medizinische Versorgung geeinigt.

Die Länder konnten zudem durchsetzen, dass sie künftig mehr Einfluss auf die Bedarfsplanung bekommen. Sie sollen zwei Vertreter in den Gemeinsamen Bundesaussschuss entsenden.

Lindemann kritisierte diese Einigung nun: "Bürgermeister sollten nicht Wahlkampf über die Zahl der Doktoren in ihrer Stadt machen können.".

"Wir brauchen flächendeckend Zugang zu Hausärzten und für Notfälle zu Rettungskräften", sagte er. Hausarzt auf dem Land zu sein, sei wirtschaftlich unattraktiv.

"Deshalb müssen wir Hausärzte auf dem Land finanziell besser ausstatten." Allerdings könnten hingegen die Krankenhausstrukturen von heute nicht aufrechterhalten werden.

Bessere Strukturen müssten sich auch entfalten können. "Es darf nicht von vorneherein ein Tabu sein, dass es auch mal einen Marktteilnehmer umreißt."

Mit dem Gesetz will die Koalition Ärzte durch Zuschläge aufs Land locken. Die Koalition will den Weg freimachen, Praxen aufzukaufen und damit überzählige Praxen in den Städten schließen zu können. Die Versorgung in Kliniken und Praxen soll besser aufeinander abgestimmt werden.

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