Ärzte Zeitung online, 01.06.2011

Ärztinnen bekräftigen Führungsanspruch

Ärztinnen bekräftigen Führungsanspruch

KIEL (di). Der Ärztinnenbund sieht zwar Fortschritte, aber noch keine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen im Arztberuf. Am Rande des Deutschen Ärztetages warb der Verband für mehr Frauen in den Gremien der Ärztekammern und anderer Organisationen.

"Wir wollen nicht nur präsent sein, sondern auch mitgestalten", untermauerte Dr. Regine Rapp-Engels den Anspruch des Ärztinnenbundes, der aktuell rund 2200 Mitglieder in Deutschland hat.

Für diese Mitgestaltung ist nach Ansicht der Präsidentin des Ärztinnenbundes eine stärkere Vertretung in den Gremien unter anderem von Bundes- und Landesärztekammern notwendig.

Nach ihrer Beobachtung sind die Frauen dazu bereit - scheitern aber noch zu häufig am Widerstand ihrer männlichen Konkurrenten und an einer zum Teil zu geringen Wertschätzung ihrer eigenen Arbeit.

Rapp-Engels vermied zwar Pauschalvorwürfe gegen männliche Kollegen. In manchen Gremien etwa in der Hochschulmedizin beobachtet sie aber noch "mittelalterliche Strukturen", überholte Denkmuster und "erstaunlich konservative" Einstellungen.

Um dem zu begegnen, empfahl Rapp-Engels in Kiel ihren Kolleginnen, strategischer vorzugehen, "cooler zu sein und auch mal unhöflich". Zugleich sollten sie Stärken ausspielen. Diese sieht die Präsidentin etwa in der Verbindlichkeit und in einer stärkeren Konsens- und Kompromissbereitschaft.

Carolin Fleischmann, Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, kritisierte in Kiel ebenfalls eine mangelnde Einbindung von Ärztinnen in den Führungsebenen. Nach ihrer Beobachtung treffen Frauen in der Medizin noch zu häufig auf männliche Netzwerke, die ein Weiterkommen für Frauen erschweren.

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