Ärzte Zeitung, 05.06.2011

Ärztetag will schärfere Regeln im Berufsrecht

Werbeverbote und Aufklärungspflichten / Quereinstieg zum Allgemeinarzt

KIEL (HL/bee). Der Ärztetag hat das Reglement für die Berufsausübung von Ärzten deutlich präzisiert. Wie ein roter Faden zog sich ferner das Bemühen um einen besseren Einstieg in den Beruf, vor allem in Weiterbildung durch den Kieler Ärztetag.

Ärztetag will schärfere Regeln im Berufsrecht

Abstimmungsmarathon: über hundert Anträge berieten die Delegierten am Freitag.

© Schischefsky

Mit der Novellierung der Musterberufsordnung in 20 Paragrafen gibt es umfangreiche praxisrelevante Änderungen für die Berufsausübung von Ärzten. Dabei steht vor allem eine stärkere Beratungspflicht des Arztes für seine Patienten im Fokus.

Patienten müssen vor Behandlungen wie beispielsweise Operationen über die Tragweite und auch die Risiken aufgeklärt werden. Werbung im Wartezimmer zu eigenen gewerblichen Aktivitäten des Arztes sind künftig untersagt. Bindend wird die Novellierung für Ärzte durch die Berufsordnungen ihrer Kammern.

Um dem Mangel an Allgemeinärzten abzuhelfen, soll der Quereinstieg aus anderen Fächern in die Allgemeinmedizin möglich werden. Die Option soll befristet gelten. Insgesamt nahmen Verbesserungen in den Berufseinstieg breiten Raum bei den Beratungen des Ärztetages ein.

BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery und der gastgebende Kammerpräsident Franz Bartmann zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen des Ärztetages. Die Bilanz: ein hohes Niveau bei der Beratung ethischer Fragen und ein immenses Arbeitsprogramm zur Gesundheitspolitik.

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