Ärzte Zeitung online, 20.06.2011

Zahnärzte: Kassen schüren Angst

BERLIN (dpa). Die Zahnärzte haben den gesetzlichen Krankenkassen vorgeworfen, mit ihren Kostenwarnungen Angst zu schüren.

"Die verbreiteten Zahlen zur Kostenbelastung der Bevölkerung sind irreführend und rein politisch motiviert", kritisierte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, in Berlin.

Der Vizechef des Verbands der gesetzlichen Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg, hatte am Wochenende vor deutlich steigenden Zahnarztrechnungen gewarnt. Zuvor hatten die privaten Versicherer ebenfalls vor höheren Kosten bei Zahnersatz und Füllungen gewarnt.

Stackelberg sprach am Sonntag davon, dass etwa für eine Krone Kassenpatienten künftig 74 Euro mehr bezahlen müssten. Er forderte die Politik zu Änderungen an einem Referentenentwurf zur Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) auf.

Kammer: Zahlen der Kassen sind willkürlich

BZÄK-Chef Engel warf Stackelberg indessen vor, Zahlen willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen zu haben. "Das Schüren von Ängsten für die Gesamtbevölkerung ist unverantwortlich und dient nur der Panikmache."

Gesetzlich Versicherte seien von der GOZ nur betroffen, wenn sie Leistungen über GKV-Niveau in Anspruch nähmen. Bei Zahnersatz ist das laut Kassen zu knapp einem Drittel der Fall.

Engel wies darauf hin, dass das Bundesgesundheitsministerium merkliche Auswirkungen auf das Preisniveau nicht erwarte. Laut Verordnungsentwurf kommt es zu sechs Prozent mehr Honorar, die privaten und gesetzlichen Kassen warnen vor einem weit höheren Anstieg.

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