Ärzte Zeitung online, 21.06.2011

Spahn warnt Zahnärzte

OSNABRÜCK (dpa). Im Streit um höhere Honorare für Zahnärzte hat der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn die Mediziner vor überzogenen Forderungen gewarnt.

Spahn sagte der am Dienstagsausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Zwanzig, dreißig oder gar sechzig Prozent Steigerung, wie die Zahnärzte sie sich wünschen, wird es sicher nicht geben." Eine derartige Anhebung sei "maßlos und den Menschen zu Recht nicht vermittelbar".

Nötig sei vielmehr, die richtige Balance zwischen einer maßvollen Anpassung der Vergütung und der zusätzlichen Belastung der Patienten zu finden, verlangte Spahn.

Eine Erhöhung im einstelligen Prozentbereich sei daher vertretbar, zumal die letzte Steigerung mehr als 20 Jahre zurückliege.

Lauterbach: "Keine Reform, nur Honorarplus"

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach, warnte zeitgleich davor, dass sich Durchschnittsverdiener Zahnersatz künftig nicht mehr leisten könnten.

"In Zukunft wird man den Wohlstand der Menschen wieder an ihren Zähnen erkennen können", sagte Lauterbach der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Lauterbach kritisierte, dass die neue Gebührenordnung keine strukturelle Reform, sondern nur Honorarsteigerungen enthalte.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen geht davon aus, dass Kassenpatienten nach der geplanten Gebührenreform für eine Vollkrone künftig 74 Euro mehr zahlen müssen, für eine Teleskop- oder Konuskrone sogar 237 Euro.

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