Ärzte Zeitung, 27.06.2011

Krankenhausplan im Saarland nimmt die letzte Hürde

SAARBRÜCKEN (kud). Der neue Krankenhausplan für das Saarland ist vom Kabinett endgültig gebilligt worden. Zuvor musste Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) noch kurzfristig Änderungen an seinem Entwurf akzeptieren.

In den letzten Wochen hatte es ein heftiges Tauziehen mit Trägern, aber auch innerhalb der Regierung um Details gegeben. So wandten sich führende CDU-Politiker gegen die Ausweisung einer neuen Herzchirurgie am städtischen Klinikum Saarbrücken.

Nun macht Weisweiler eine Genehmigung davon abhängig, dass es der städtischen Klinik auf dem Winterberg gelingt, mit einem der beiden derzeitigen Herzchirurgie-Standorte einen Vertrag zu schließen. Dabei handelt es sich um die Unikliniken und die SHG-Kliniken Völklingen.

Geringe Chancen für neue Herzchirurgie am Winterberg

Mit einem vergleichbaren Vorbehalt arbeitet Weisweiler auch bei der Genehmigung eines Herzkathetermessplatzes in der Saarbrücker Caritasklinik St. Theresia. Gegen die nachträgliche Anerkennung des bereits seit längerem aufgestellten Geräts waren Opposition und Krankenkassen Sturm gelaufen, da das Saarland mit vier Messplätzen bereits überdurchschnittlich gut ausgestattet sei.

In diesem Fall dürfte sich allerdings der politisch gut vernetzte Träger cts letztlich durchsetzen, während die Chancen für eine neue Herzchirurgie am Winterberg eher gering eingeschätzt werden.

St. Josef-Klinik Dudweiler fusioniert mit Caritasklinik St. Theresia in Saarbrücken

Eine weitere Revisionsklausel betrifft die Hauptfachabteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Josef-Klinik in Dudweiler. Dieses Krankenhaus wird mit der Caritasklinik St. Theresia in Saarbrücken fusionieren.

Dort sollte ursprünglich die Geburtshilfe konzentriert werden. Nun wird Dudweiler vorläufig doch seine Hauptfachabteilung mit einer schrittweise auf acht reduzierten Zahl von Betten behalten.

Gesundheitsminister Weisweiler erklärte die "Prüfaufträge" und "Revisionsklauseln" mit dem Prozesscharakter der Krankenhausplanung, die sich laufend an verändernde Bedarfe anpassen müsse.

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