Ärzte Zeitung, 27.06.2011

Opposition: Schlechte Noten für Ärztegesetz

BERLIN (sun). Die Opposition hat den Referentenentwurf zum Versorgungsgesetz als "unzureichend" kritisiert: Dem Ziel, die medizinische Versorgung in unterversorgten Gebieten zu verbessern, werde der Entwurf nicht gerecht.

"Die Koalition zählt lediglich Ärzte, dabei müssten eigentlich vernetzte Versorgungsstrukturen auf dem Land gefördert werden", sagte Grünen-Politikerin Birgitt Benderauf der MCC-Fachkonferenz Berlin.

Darüber hinaus tue die schwarz-gelbe Koalition nichts dafür, die Überversorgung abzubauen. Schließlich nehme sie die ursprünglich geplanten Abschläge in überversorgten Gebieten "ausdrücklich zurück", kritisierte Bender.

Nach Ansicht des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach müssen die Arbeitsbedingungen auf dem Land "viel attraktiver" werden. Ansonsten drohe eine "Zweiklassenmedizin"-, die die Bewohner in Ballungsräumen bevorzuge. "Auf dem Land zahlen die Menschen künftig dieselben Beiträge, erhalten aber eine schlechtere Versorgung", so Lauterbach.

"Schnellschüsse" seien nicht zielführend

CDU-Politiker Rolf Koschorrek verteidigte den Gesetzentwurf. Der schwarz-gelben Koalition sei unter anderem klar, dass Überversorgung abgebaut werden müsse. Die von der Opposition geforderten "Schnellschüsse" seien aber nicht zielführend.

FDP-Politiker Lars Lindemann betonte, dass "Mitversorger-Effekte" der Ärzte in Städten berücksichtigt werden müssen. Diese behandelten zum Teil auch Patienten aus ländlichen Regionen. "Das kann nicht einfach mit Abschlägen bestraft werden", so Lindemann.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »