Ärzte Zeitung, 05.07.2011

Lauterbach sieht handwerklichen Tiefpunkt erreicht

BERLIN (af/sun). Als "handwerklichen Tiefpunkt" bezeichnete der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Professor Karl Lauterbach, den aktuellen Gesetzentwurf. Es sei unklar, was die darin aufgeführten Vorschläge kosteten.

Er sehe den Entwurf daher ähnlich kritisch wie Schäuble. Zudem bestrafe der gegenwärtige Gesetzentwurf diejenigen KVen, die in ihre Satzungen bereits Kostenbegrenzungsmechanismen aufgenommen hätten. Das seien unter anderem Nordrhein, Hessen und Sachsen-Anhalt sowie Hamburg für Fachärzte.

Eine seiner Ansicht nach faire Lösung für die überversorgten Gebiete sei, wenn die KVen verpflichtet würden, aufgegebene Praxen zu höheren Preisen als heute zu kaufen.

Seine Parteikollegin Carola Reimann reagierte ähnlich. Sie warf der schwarz-gelben Koalition "Klientelpolitik" vor: Das geplante Versorgungsgesetz sei ein "Bauchladen" für Ärzte.

Schäuble stelle jetzt mit seinem Vermerk diesen Kern des Versorgungsgesetzes infrage. Und das belege: Die medizinische Versorgung ließe sich eben nicht nur über finanzielle Anreize regeln.

Grünen-Politikerin Birgitt Bender sprach sich wie Schäuble für Abschläge in überversorgten Gebieten aus. Diese seien notwendig, um Überversorgung abzubauen.

Lesen Sie dazu auch:
Schäuble verreißt Ärztegesetz - Koalitionskrach?
Bahrs Reform im Schredder des Finanzministers
Ärzte reagieren empört auf Schäubles Vorstoß
FDP mahnt Schäuble zu mehr Zurückhaltung
Lauterbach sieht handwerklichen Tiefpunkt erreicht
Der Standpunkt: Kampfzone Kabinettstisch

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Zehn Regeln für die Rheuma-Therapie

In der medikamentösen Behandlung von älteren Rheuma-Patienten gilt es für Ärzte, einiges zu beachten. Rheumatologen haben zehn Empfehlungen verfasst. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Medizin per Videos patientengerecht erklärt

Bei der Visite oder im Gespräch bemerkten die Mediziner Nicolas und Sebastian Kahl, dass Patienten nur wenig von den Ausführungen des Arztes verstanden haben. So entstand die Idee, Erklärvideos zu produzieren. mehr »