Ärzte Zeitung, 14.07.2011

Kommentar

Praxisnetze streben nach Anerkennung

Von Jürgen Stoschek

Zu den aktuellen Zielen der Gesundheitspolitik gehören unter anderem Regionalisierung und eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung. Im Entwurf für das geplante GKV-Versorgungsstrukturgesetz werden diese Ziele zwar aufgenommen, allerdings nicht konsequent genug umgesetzt. So sind Praxisnetze, die in der Region verankert sind und in denen Haus- und Fachärzte mit Kliniken und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten, im Entwurf nicht vorgesehen.

In Bayern haben sich nun die Manager von sechs Ärztenetzen, von denen einige bereits seit vielen Jahren erfolgreich tätig sind, zu Wort gemeldet und ihren Anspruch auf eine gesicherte Teilhabe an der Versorgung erhoben. Praxisnetze seien nicht nur in der Lage, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, hieß es. Weil Praxisnetze in der Regel eine überschaubare Größe haben, seien die von den Kassen geforderten Einsparungen auch leichter zu realisieren. Dass dies möglich ist, zeigen insbesondere die professionell organisierten Ärztenetze.

Was den Netzen noch fehlt, sind gesetzliche Rahmenbedingungen, die eine Übernahme der regionalen Versorgung ermöglichen würde. Noch ist Zeit, dies im Gesetzentwurf zu berücksichtigen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Vernetzung ist gelebte Praxis

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »