Ärzte Zeitung online, 26.07.2011

Apotheker reagieren mit Personalabbau auf AMNOG

Die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken bleibt weiter angespannt. Mehr als jeder zweite Inhaber beurteilte in einer aktuellen Umfrage die Geschäftslage kritisch, jeder vierte baute Personal ab.

Apotheker reagieren mit Personalabbau auf AMNOG

Weniger Umsatz durch das AMNOG? Die Apotheken sehen eine verschlechterte wirtschaftliche Situation.

© Natalia Bratslavsky / fotolia.com

KÖLN (run). Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes bleiben viele Apotheker bei ihrer pessimistischen Einschätzung der AMNOG-Auswirkungen. Das bestätigte die Juli-Umfrage des Apotheken-Konjunkturindex APOkix, der monatlich vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) durch Befragung von bundesweit 380 Apothekerinnen und Apothekern erstellt wird.

Demnach rechnen die wenigsten Befragten mit einer Verbesserung in den kommenden Monaten. Die Reaktionen auf diese Entwicklung seien vielfältig, so das IFH: Einige Apotheken schließen, andere suchen ihr Heil in Marketing und Sparprogrammen.

So haben zwei von drei Apotheken ihre Verhandlungen mit dem Großhandel um Preise und Konditionen im ersten Halbjahr 2011 intensiviert. Rund jede zweite Apotheke forcierte den Direktbezug beim Hersteller.

Besonders größere Betriebe mit mindestens 2 Millionen Euro Umsatz verhandeln mit dem Großhandel mit Nachdruck und suchen nach Möglichkeiten der Direktbelieferung. Die Kosten insgesamt haben 46 Prozent der Apotheken senken können. Gespart wurde beispielsweise bei der Werbung. Rund jede vierte Apotheke musste aber auch Personal abbauen.

Um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern, setzen nach Angaben des IFH Apotheken zudem verstärkt darauf, den Umsatz je Apothekenbesucher zu erhöhen, etwa durch die Intensivierung von Verkaufsaktivitäten des Personals und durch Zusatzverkäufe.

Auf klassische Werbung, Sonderangebote und Rabattaktionen setzen hingegen nur wenige. Auch in Kundenkarten- und Bonusprogrammen sehen Apothekerinnen und Apotheker selten den Schlüssel zum Erfolg.

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