Ärzte Zeitung online, 16.09.2011

Weigeldt bleibt Hausärztechef

Der Deutsche Hausärzteverband hat seinen Vorstand gewählt: Ulrich Weigeldt ist der alte und neue Vorsitzende. Spannend wurde es auf den hinteren Plätzen. Dort kam es zu zwei Kampfkandidaturen.

Von Cornelius Heyer

Weigeldt bleibt Hausärztechef

Weigeldt: Alter und neuer Hausärztechef.

© Hausärzteverband

BERLIN. Ulrich Weigeldt bleibt für weitere vier Jahre der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes. Die Delegierten auf dem Deutschen Hausärztetag wählten den Bremer heute ohne Gegenkandidaten mit 92,3 Prozent der Stimmen.

"Das ist eine Demonstration, dass der Verband stark ist und zusammenhält", sagte der alte und neue Chef unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses.

Wenig Hoffnung aus dem Ministerium

Die aus den Landesverbänden entsandten Delegierten stärkten dem Bundesvorstand damit den Rücken in politisch schwierigen Zeiten.

Bereits am Vortag hatten sie per Beschluss eine zentrale Forderung des Verbandes noch einmal unterstrichen: Die Politik solle die Änderungen am Paragrafen 73b SGB V, die Anfang des Jahres in Kraft traten und Hausarztverträge nach dem Modell des Verbandes faktisch verhindern, schnellstens wieder zurücknehmen.

Staatssekretär Thomas Ilka aus dem Bundesgesundheitsministerium hatte den Hausärzten am Vorabend wenig Hoffnung auf einen solchen Schritt gemacht.

Geis ist zweiter Stellvertreter

Als erster stellvertretender Vorsitzender steht Weigeldt der bayerische Hausärztechef Dr. Dieter Geis zur Seite, der ein Ergebnis von 86,4 Prozent erreichte. Geis füllt damit den Platz, den sein Vorgänger Dr. Wolfgang Hoppenthaller im Dezember 2010 vakant gelassen hatte.

Nach dem Scheitern des GKV-Systemausstiegs im Freistaat hatte sich Hoppenthaller aus allen Ämtern zurückgezogen. Geis hatte in Bayern übernommen und tritt nun auch im Bundesverband in die Fußstapfen Hoppenthallers.

Zum zweiten Stellvertreter wählten die Delegierten den baden-württembergischen Hausärztechef Dr. Berthold Dietsche. Der Pionier der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) erreichte mit 94,8 Prozent das beste Ergebnis des Tages.

Dritte Stellvertreterin wurde Dipl.-Med. Ingrid Dänschel, Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes. Beide waren bereits zuvor stellvertretende Vorsitzende gewesen.

Ferner wiedergewählt wurden Schatzmeister Wolfgang Meunier, Schriftführer Dr. Carl Hans Biedendieck und Beisitzer Dr. Dieter Conrad.

Mehl: "Talsohle ist durchschritten"

Zu Kampfkandidaturen kam es bei den beiden verbleibenden Beisitzerposten. Zunächst setzte sich der nordrheinische Hausärztechef Dr. Dirk Mecking gegen Amtsinhaber Dr. Hans-Michael Mühlenfeld durch.

Mecking betonte in seiner Bewerbungsrede, dass in seinem Bundesland im Oktober die ersten Vollversorgungsverträge anlaufen. Nach Klärung der Datenschutzfrage ist das für den Hausärzteverband ein großer Schritt.

"Die Talsohle ist durchschritten", hatte Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl bereits am Vortag verkündet. Mecking versprach, die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen im Bundesvorstand einzubringen.

Kinzinger ergattert den zweiten Beisitzerposten

Im Kampf um den zweiten Beisitzerposten setzte sich im zweiten Wahlgang der Coburger Hausarzt Klaus Kinzinger durch.

Das Nachsehen hatten die Verteter Dr. Carsten Gieseking aus Braunschweig und Dr. Dieter Kreye aus Mecklenburg-Vorpommern. Bayern, nicht nur nach Mitgliederzahlen der stärkste Landesverband, hat es damit erneut geschafft, einen zweiten Mann im Bundesvorstand zu platzieren.

Schon zu Zeiten Hoppenthallers war Geis als Beisitzer in den Bundesvorstand aufgerückt. Kinzinger versprach allerdings, ausgleichend und im Sinne aller Hausärzte im Vorstand zu arbeiten.

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