Ärzte Zeitung, 20.09.2011

Hohe Hürden für ausländische Ärzte in Sachsen

In Sachsen sollten sich mehr Ärzte aus dem Ausland ansiedeln, fordern die Kollegen im Freistaat. Das Problem: Oft steht die Bürokratie im Weg. Nun will das Netz "Ärzte für Sachsen" helfen.

Sachsen soll attraktiver für ausländische Ärzte werden

Elbe und Frauenkirche: In Sachsen soll es leichter werden, Ärzte aus dem Ausland zu gewinnen.

© digi_dresden / fotolia.com

DRESDEN (tt). Ausländischen Ärzten soll es leichter gemacht werden, in Sachsen eine Stelle zu bekommen. Das fordern die Mitglieder des Netzwerks "Ärzte für Sachsen" nach ihrem jüngsten Treffen in Dresden.

Martin Kandzia, der für die Sächsische Landesärztekammer die Netzwerkarbeit koordiniert, sagte der "Ärzte Zeitung", dass es im Freistaat zu hohe Hürden für nicht-deutsche Ärzte gebe, eine Praxis zu eröffnen.

So seien die bürokratischen Wege zu unübersichtlich, auch gebe es bei vielen Kommunen keinen geeigneten Ansprechpartner. "Hinzu kommen die sprachlichen Probleme, die alles erschweren", so Kandzia.

Mehr Bedarf an ausländischen Ärzten

"Ärzte für Sachsen" wurde 2009 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, dem Ärztemangel in der sächsischen Provinz zu begegnen. Beim jüngsten Treffen seien, so Kandzia, überraschend viele Kommunalvertreter aus Landkreisen und Städten dabei gewesen.

"Es gibt auf dieser Ebene eine gewisse Resignation. Viele haben das Gefühl, dass fast alle Bemühungen fehlschlagen, Ärzte in die Region zu locken." Das geplante Versorgungsgesetz sei ein erster Schritt, so Kandzia, die Gewinnung ausländischer Ärzte ein weiterer.

Wie Erik Bodendieck, Vizepräsident der Sächsischen Kammer, erklärte, arbeiten derzeit 1400 ausländische Ärzte in Sachsen.

Beim Netzwerk zeigt man sich überzeugt, dass mehr Bedarf besteht und dafür den Interessenten ein besserer Service geboten werden muss, zum Beispiel durch mehrsprachige Anträge. Besonders oft scheiterten Ärzte an Vorgaben, welche beglaubigten Dokumente zur Übernahme einer ärztlichen Tätigkeit nötig sind.

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