Ärzte Zeitung, 13.11.2011

Aufwertung der Pflege "nicht auf Kosten der Ärzte"

KV Niedersachsen will nicht mehr Kompetenzen für die Pflege

Nach dem der Gemeinsame Bundesausschuss die Weichen dafür gestellt hat, dass Pflegekräfte bald als Leistungserbringer gelten können, warnt die KV Niedersachsen vor den Folgen.

HANNOVER (cben). Die KV Niedersachsen hat die "klare Abgrenzung von ärztlichen und nicht-ärztlichen Tätigkeiten" in der Pflege gefordert. Diagnose und Therapie sollen in ärztlicher Hand bleiben, so die KVN.

Pflegekräfte sollen bald als Leistungserbringer im Gesundheitswesen gelten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat mit dem aktuellen Beschluss zu den Heilkunderichtlinien den Weg dafür bereitet.

Danach können besonders qualifizierte Schwestern und Pfleger die vom Arzt verordnete Therapie fachlich, wirtschaftlich und rechtlich in Eigenverantwortung ausführen.

Warnung vor Aufsplitterung ärztlicher Kompetenz

Zunächst soll das Modell bei Patienten mit Bluthochdruck, Demenz, chronischen Wunden sowie Diabetes Typ I und II in Pilotprojekten erprobt werden. Die Kompetenzerweiterung erstreckt sich allerdings nicht auf Mediznische Fachangestellte.

"Es darf auf keinen Fall zur einer Aufsplitterung der ärztlichen Kompetenz kommen", kommentierte der KVN-Vize Dr. Jörg Berling.

"Natürlich muss es zum Abbau der Schnittstellenproblematik im Pflegebereich kommen. Trotzdem sind klare Grenzen einzuhalten. Der Mangel an Pflegekräften darf nicht dazu führen, den Pflegeberuf auf Kosten der Ärzte aufzuwerten", sagte der KVN-Vize.

Diagnostik und Therapie nur durch den Therapie

Bertling: "Ich spreche mich dagegen aus, ärztliche Kompetenz zugunsten anderer Berufe zu substituieren. Ärztliche Tätigkeiten unter Verantwortung des Arztes zu delegieren, da habe ich keine Einwände."

Die Entscheidungen bei Diagnostik und Therapie sowie die Budget-Verantwortung müssten dem niedergelassenen Arzt vorbehalten bleiben, so Berling.

Er sei dezidiert für eine konstruktive Zusammenarbeit aller Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung. "Dabei muss aber jeder Berufszweig in der Patientenversorgung für seinen eigenen Bereich die Verantwortung übernehmen."

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