Ärzte Zeitung online, 29.12.2011

Bayern: DMP hat noch Luft nach oben

Die Bilanz von zehn Jahren DMP zeigt, dass niedergelassene Ärzte in Bayern viele Zielvorgaben übertreffen. Aber es gibt noch Schachstellen - zum Beispiel bei Diabetikern.

Patienten in Bayern profitieren von strukturierten Versorgungsprogrammen

Archiv: Zahl der DMP bundesweit.

MÜNCHEN (maw). Die Versorgung chronisch kranker Patienten lässt sich mit Disease-Management-Programmen (DMP) verbessern. Das ist nach Angaben der AOK Bayern das Fazit des ersten bayerischen Qualitätsberichts DMP.

Der Bericht fasst die Behandlungsergebnisse aus zehn Jahren zusammen und bewertet sie. Ziel sei es, erreichte Standards zu sichern und Anregungen für Verbesserungen in der medizinischen Versorgung zu geben.

Rund 830.000 Patienten sind in Bayern in die strukturierten Versorgungsprogramme, die es für Diabetes, koronare Herzkrankheit mit und ohne Herzinsuffizienz, Asthma bronchiale und COPD sowie Brustkrebs gibt, eingeschrieben.

Wie der Bericht widerspiegelt, werden durchaus auch vorgegebene DMP-Ziele von den niedergelassenen Ärzten übertroffen.

So fand bei 97 Prozent der Typ 2-Diabetiker die jährlich vorgeschriebene Kontrolle der Nierenfunktion statt - als Qualitätsziel sind 90 Prozent definiert.

Nachholbedarf bei Überweisungen zum Augenarzt

Nachholbedarf gibt es nach Kassenangaben allerdings bei Überweisungen an Augenärzte zur jährlichen Netzhautuntersuchung - mit 69 Prozent sei hier die Zielvorgabe von 90 deutlich unterschritten worden - und an Schwerpunktpraxen bei auffälligem diabetischen Fuß.

Bei Letzterem wurde mit 39 Prozent nur knapp die Hälfte der Zielmarke von 75 Prozent.

Bei Asthma und COPD erreichten fast alle Praxen das Ziel möglichst weniger notfallmäßiger stationärer Behandlungen.

Ziel war hier, dass höchstens zehn Prozent der Patienten ins Krankenhaus müssen, tatsächlich waren es sogar unter einem Prozent. Die Anzahl der Asthma-Patienten mit Selbstmanagementplan habe sich erhöht, sei aber noch nicht zufriedenstellend.

Die Zielvorgabe von mindestens 90 Prozent wurde bei Kindern und Jugendlichen mit 85 Prozent knapp, bei Erwachsenen mit 48 Prozent aber deutlich verfehlt.

DMP-Ärzte erhalten halbjährliches Feedback

Als besonders positiv ist laut AOK zu bewerten, dass gerade bei der Diagnose Brustkrebs die Ziele insgesamt weitgehend erreicht werden.

Insbesondere habe mit 87 Prozent die Rate brusterhaltender Operationen bei Frauen, für die eine solche Therapie in Frage kommen, bei einer Zielvorgabe von 80 Prozent übertroffen werden können.

Wie die AOK weiter mitteilt, erhielten die beteiligten DMP-Ärzte halbjährliche Feedbackberichte zu ihren Behandlungsergebnissen.

Diese seien für die Praxen ein wertvolles Instrument, um ihre Behandlungsqualität einzuschätzen und mit dem bayerischen Durchschnitt zu vergleichen.

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