Ärzte Zeitung, 12.01.2012

Verband plädiert für Sozialleistungen aus einer Hand

FRANKFURT/MAIN (ras). Das deutsche Sozialleistungssystem ist für Familien, in denen Behinderte leben, kaum zu durchschauen - und dies, obwohl sie eigentlich besonders von den Leistungen profitieren sollten.

Um dies zu ändern, hat die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) ein Positionspapier formuliert, in dem Korrekturen eingefordert werden. Das bisherige Gesetzesgestrüpp sei intransparent, heißt es.

Haben junge Menschen keine oder eine (drohende) seelische Behinderung, ist die Kinder- und Jugendhilfe zuständig. Wird eine geistige und/oder körperliche Behinderung diagnostiziert, muss die Sozialhilfe nach Sozialgesetzbuch XII vorrangig einspringen.

Zuständigkeitsstreitigkeiten oft zulasten der Kinder und Jugendlichen

In der Praxis führt diese Spaltung zu Zuständigkeitsstreitigkeiten, die sich oft zulasten der Kinder, Jugendlichen und ihren Familien auswirken, kritisiert die AGJ.

Der Verband spricht sich daher für eine Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe aus und erläutert in dem Positionspapier die Auswirkungen einer Gesamtzuständigkeit auf die Betroffenen, die Jugend- und Sozialämter sowie auf die Träger der Behindertenhilfe.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (20672)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Medi24 drängt kostenlos in den Markt

Ein großer schweizer Anbieter telefonischer Arztkontakte lockt zur Markteinführung mit einem besonderen Angebot: Patienten sollen kostenfrei via Telefon medizinischen Rat erhalten. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete heftige Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »