Ärzte Zeitung, 01.02.2012

Netzmanagement muss sich selbst tragen

BERLIN (ger). Können Ärzte in Praxisnetzen ein Netzmanagement aus ihren Honoraren für medizinische Leistungen bezahlen? Zweifel sind angebracht.

Das geht auch aus einer Äußerung von KV-Vize Walter Plassmann aus Hamburg bei der 18. Netzkonferenz in Berlin hervor, veranstaltet vom Biopharmaunternehmen UCB.

Der EBM sei mit den Kostenstrukturen einer inhabergeführten Arztpraxis kalkuliert. "Da gehört dann auch schon etwas Selbstausbeutung dazu", sagte Plassmann.

Der Unternehmerlohn werde in der 50. bis 60. Wochenarbeitsstunde verdient. Eine teure Management-Infrastruktur sei da nur schwer von zu bezahlen.

Die Folgerung, die Moderator Professor Günter Neubauer aus München daraus ableitete, war eindeutig: "Das Netzmanagement muss seine Kosten selbst verdienen."

Das könnte durch die Generierung zusätzlicher Honorare über Verträge ebenso wie durch das Erreichen von Kostenvorteilen über einen gemeinsamen Einkauf, den Aufbau einer Apparategemeinschaft oder durch andere Leistungen des Managements geschehen, die gewinnsteigernd wirken. Für junge Praxisnetze kann diese Frage durchaus von existenzieller Bedeutung sein.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »