Ärzte Zeitung, 06.02.2012

Vorstandswahl der Nord-KV: Das sind die Kandidaten

Spannend wird es bei der Wahl des Vorstands der KV Schleswig-Holstein am 15. Februar: Für die zwei Posten bewerben sich drei Kandidaten. Mindestens ein Hausarzt wird dem neuen Vorstand auf jeden Fall angehören.

Von Dirk Schnack

Vorstandswahl der Nord-KV: Das sind die Kandidaten

Lehnt notfalls auch KV-Eigenbetriebe nicht ab: Vorstandsmitglied Dr. Ralph Ennenbach.

© Schnack

BAD SEGEBERG. Drei Kandidaten bewerben sich um zwei Vorstandsposten in der KV Schleswig-Holstein. KV-Chefin Dr. Ingeborg Kreuz kandidiert am 15. Februar nicht mehr. Mindestens ein Hausarzt wird auch im neuen Vorstand vertreten sein.

Fest steht auch, dass ihr Vorstandskollege Dr. Ralph Ennenbach (Jahrgang 62) für eine erneute Amtsperiode kandidiert.

Neue Vertragswelt

Der promovierte Physiker ist seit 2001 in der Nord-KV tätig, seit 2006 als Vorstandsmitglied. Der Honorarexperte charakterisiert sich selbst als "visionären Pragmatiker". Eine Hauptaufgabe für die KVen sieht er darin, sich der neuen Vertragswelt zu stellen.

Zahlreiche Interessenkonflikte sieht er auf die KV durch eine neue Bedarfsplanung zukommen. "Die KV muss Ärzte aus den Städten motivieren, auf das Land zu gehen", fasst er die Problemstellung zusammen. Er zeigt sich überzeugt, dass Schleswig-Holstein diese Aufgabe lösen wird - im Extremfall auch durch KV-Eigenbetriebe, die seine bisherige Vorstandskollegin Dr. Ingeborg Kreuz ablehnt.

Als persönliche Stärken nennt Ennenbach Verhandlungserfahrung, Vernetzung in Berlin und die Neigung, sich ausschließlich auf realistische Ziele zu konzentrieren.

Vorstandswahl der Nord-KV: Das sind die Kandidaten

Sicherstellungsauftrag soll ein Schwerpunkt der Arbeit für Dr. Monika Schliffke sein.

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Auch Dr. Monika Schliffke bringt viel standespolitische Erfahrung mit: sie ist derzeit stellvertretende Vorsitzende der KV-Abgeordnetenversammlung, seit zwölf Jahren Abgeordnete und zugleich im Vorstand des Praxisnetzes Lauenburg tätig.

Erfüllung des Sicherstellungsauftrages

Die 60-jährige Allgemeinärztin stellt stets das interdisziplinäre Arbeiten in den Vordergrund und sieht einen Schwerpunkt der künftigen KV-Arbeit in der Erfüllung des Sicherstellungsauftrages.

Dazu will sie den von der KV eingeschlagenen Weg mit der Etablierung von Zweigpraxen fortsetzen.

Als zweiten Schwerpunkt nennt sie die Ausgestaltung des neuen regionalen Verhandlungsspielraumes für die KV. Einen Nachteil hätte eine Wahl Schliffkes für ihre Kollegen im Kreis Herzogtum-Lauenburg: Den Posten im Praxisnetz müsste die seit 1982 in Ratzeburg niedergelassene Hausärztin aufgeben, weil sie dann in einem anderen Kreis tätig wäre - dies lässt die Satzung des Praxisnetzes nicht zu.

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Für eine stärkere Bindung von Basis und Körperschaft wirbt Dr. HansJoachim Zielinski.

© privat

Der dritte Kandidat Dr. Hans-Joachim Zielinski ist seit 25 Jahren als Hausarzt in Westerland auf Sylt tätig - wie vor ihm schon seine Eltern.

Der 62-Jährige arbeitet derzeit in einer fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis zusammen mit einem Internisten.

Vor der Medizin hat Zielinski ein Jurastudium absolviert, war für Fachmedien journalistisch tätig und ist einigen Ärzten im Norden durch Seminare bekannt.

Stärkere Bindung zwischen Basis und Körperschaft

Im KV-Vorstand will er sich für eine stärkere Bindung zwischen Basis und Körperschaft einsetzen, um die Schlagkraft der KV zu erhöhen. "Es heißt immer noch: die da oben", sagt Zielinski, für ihn ein Beleg zu großer Distanz der Basis zur KV.

Bedenklich sei etwa, dass die Honorarabrechnungen noch immer für manche Kollegen unverständlich seien. Der auch kommunalpolitisch engagierte Hausarzt räumt aber auch ein: "Da hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges bewegt."

In Bad Segeberg möchte sich Zielinski auch für eine Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen.

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