Ärzte Zeitung, 05.03.2012

Kinder- und Jugendärzte wollen Krankheiten verhindern

WEIMAR (ras). Primäres Ziel von Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche wird es künftig sein, Krankheiten zu verhindern und nicht mehr - wie bislang - lediglich frühzeitig zu erkennen.

Mit dieser neuen Früherkennungs-Strategie, die der primären Prävention Priorität gibt, ist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beim 18. Deutschen Jugendmedizin-Kongress in Weimar vorgeprescht.

Sämtliche Vorsorgeuntersuchungen und insbesondere auch die Jugendgesundheitsberatungen seien unter diesem Aspekt überarbeitet worden, erklärte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann vor den 500 Teilnehmern des größten Jugendmedizinkongresses in Europa.

Bisher, so Kongressleiter Dr. Uwe Büsching, würden zum Beispiel bei J 1 und J 2 lediglich bei den Impfungen vorausschauende Beratungen zur Primärprävention veranlasst.

"Medienabhängigkeit": 17.000 Neuerkrankungen pro Jahr

Neu werden nun die folgenden Themen verbindlich aufgenommen: Unfallprävention (Verkehr und Sport), Medienabhängigkeiten (Online-Medien und Computerspiele), Sexualität, Antikonzeption und HIV, Suchtmittelmissbrauch, die Bedeutung eines rauchfreien Umfeldes sowie Beratungen zum optimalen Sonnenschutz.

Speziell bei der J 2 für 17-Jährige soll zusätzlich die Ausbildungs- und Berufswahl sowie die Transition thematisiert werden.

Wie wichtig dieser Paradigmenwechsel ist, machte Büsching an einer einzigen Zahl deutlich: Derzeit gehe man pro Jahr bei der Diagnose "Medienabhängigkeit" von 17.000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. Das erfordert aus Sicht der Ärzte intensivierte Beratung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »