Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Kammer warnt vor Problemen durch Patienten-Gesetz

WEIMAR (rbü). Die Thüringer Landesärztekammer warnt vor einem "Dokumentationswahn" durch das geplante Patientenrechtegesetz.

Eine bessere Aufklärung der Patienten sei zu befürworten, sagte Präsident Mathias Wesser, allerdings sei es problematisch, wenn die Aufklärung durch eine am Eingriff beteiligte Person erfolgen muss, wie es derzeit im Gesetzentwurf steht.

"Dies stellt Praxen und insbesondere Krankenhäuser vor große Probleme", warnt Wesser. Eine Folge wäre beispielsweise, dass bei Erkrankung des Arztes die Operation verschoben werden müsste.

Auch Konflikte mit dem Arbeitszeitgesetz seien programmiert. Insbesondere die Ausweitung der Dokumentation sei "äußerst problematisch". So sollen keine Ausnahmen für Routine-Untersuchungen mehr gelten.

"Dies können wir nicht akzeptieren", erklärte Wesser. Ihm scheine, nicht die Behandlung, sondern die Dokumentation stehe hier im Fokus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[07.05.2012, 17:25:19]
Dr. Edgar Remmel 
Die Konsequenzen der Reformen sind doch heute schon evident
Jeder Kliniker weiss das die Reduzierung des Personales und Intensivierung des Durchsatzes um den Wirtschaftlichkeitsgebotennachzukommen die Ausbildung enorm leiden lässt, und das Niveau der nächsten Generation deutlich unterminierter ist als zuvor.
Wenn man jetzt noch die wenigen die Erfahrung haben und operieren können zum Aufklärungsgespräch auf Station hetzt, bleibt für die Assistenten überhaupt nichts mehr zu tun, und den Erfahrenen keine Zeit mehr ein Mindestamass an Ausbildung zu betreiben.
Das verstärkt nur die Flucht as der therapeutischen Medizin.
Die Politik sollte sich überlegen warum bei der hohen Zahl Medizinstudenten am Schluss kein Arzt mehr für die Patientenversorgung da ist.
Einserabiturienten haben nicht studiert um Formulare auszufüllen die ihren Beruf beschreiben sollen und dann doch alle ungelesen im Archv verschwinden.
Die Aussensteuerung des Berufes durch Möchtegernfunktionäre oder Möchtegernärzte in Kassen und Verwaltung führen zu einer Fremdbestimmung die sich Akademiker mit Geist, Niveau und Selbstbewusstsein nicht mehr antun. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »