Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Hautkrebs nimmt zu, Sterberate bleibt stabil

Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Das von den Kassen bezahlte Screening soll helfen, den Krebs früh zu erkennen. Doch noch zu wenige Versicherte wissen davon.

Hautkrebs nimmt zu, Sterberate bleibt stabil

Auf der Suche nach Hautkrebs: Screenings zeigen Wirkung, die Sterberate bei Hautkrebs bleibt stabil.

© JPC-PROD / Fotolia

BERLIN (sun). Seit etwa zwei Jahrzehnten steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Deutschland.

Die Hautkrebsfrüherkennung habe jedoch dazu geführt, dass die Sterberate nicht genauso drastisch angestiegen sei, sagten Experten während der Euromelanoma-Woche 2012.

Vor allem das Hautkrebs-Screening wirke sich positiv aus, sagte Professor Matthias Augustin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Inzwischen würden etwa 340 Screenings pro Quartal und Dermatologiepraxis durchgeführt.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seit 2008 für alle Versicherten über 35 Jahre diese Vorsorgeuntersuchung.

Allerdings sei dies noch nicht allen Versicherten bekannt, so Augustin. Laut einer Forsa-Umfrage wüssten lediglich 44 Prozent der Befragten, dass sie einen Anspruch auf das Hautkrebsscreening haben.

Screening muss noch bekannter werden

Etwa 31 Prozent der Berechtigten hätten bereits ein Hautkrebsscreening durchführen lassen. "Insgesamt hat das Screening eine hohe Akzeptanz, es braucht jedoch noch eine bessere Verbreitung", so Augustin.

Auch in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen gebe es noch Defizite, warnte Professor Regina Fölster-Holst von der Uniklinik Kiel. Sie forderte, Dermatologen mehr in die U-Untersuchungen von Kindern einzubeziehen.

Studien zufolge wüssten 22 Prozent der Eltern zu wenig über die Schattenseiten der Sonne. Vor allem Ärzte sollten hier mehr aufklären.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 220.000 Menschen neu an Hautkrebs. Darunter sind etwa 25.600 Fälle des besonders gefährlichen malignen Melanoms, der sogenannte "schwarze Hautkrebs".

Dieser tritt bei jungen Frauen zwischen 15 und 29 Jahren besonders häufig auf.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In welchem Alter die Lust an Bewegung schwindet

Kinder bewegen sich viel, rennen und toben gerne. Das ändert sich, wenn sie älter werden. Bislang dachte man, dass der Wandel mit der Pubertät einsetzt – doch weit gefehlt. mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Wenn Männer mehr als zwei Hoden haben

Überzählige Hoden sind meist asymptomatisch. Bei einem jungen Mann mit akutem Skrotum machten australische Urologen jetzt einen überraschenden Zufallsbefund. mehr »