Ärzte Zeitung online, 20.07.2012

GBA gründet Task-Force gegen Keime

Der Gemeinsame Bundesausschuss gibt Gas im Kampf gegen resistente Keime: Eine Task-Force soll jetzt konkrete Pläne ausarbeiten. Dann könnten sogar Nasensprays wieder verordnungsfähig sein.

GBA gründet Task-Force gegen Keime

Staphylokokken: Gegen MRSA schmiedet der GBA jetzt Pläne.

© Zmee / iStockphoto

BERLIN (af). Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) setzt eine Task-Force ein, um den Kampf gegen multiresistente Keime zu beschleunigen.

In nur vier Sitzungsterminen soll das aus Mitgliedern mehrerer Unterausschüsse besetzte Gremium bis zum 1. November eine beschlussfähige Vorlage erarbeiten. Dies hat der neue unparteiische Vorsitzende des GBA, Josef Hecken, am Donnerstag angekündigt.

Konkret gehe es darum, die Unterschiede zwischen der Grund- und der Behandlungspflege zu definieren, sagte Hecken.

Daraus ergebe sich dann, welche zusätzlichen Leistungen bei der MRSA-Bekämpfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und welche den Pflegeversicherungen zugeordnet werden müssten.

Gedacht ist zum Beispiel daran, OTC-Präparate wie Nasensprays und Rachendesinfektionsmittel in Ausnahmefällen wieder verordnungsfähig zu machen.

Hecken will "Baustelle bis November schließen"

Auch über die Erweiterung der Fallgruppen, aus denen hervorgeht, wann Ärzte bei MRSA eingreifen müssen und dies auch erstattet bekommen, müsse nachgedacht werden.

"Der Erkenntnisbedarf ist erschöpft. Die Rechtspositionen sind weitgehend ausgetauscht. Es geht darum, eine Entscheidung zu fällen", begründete Hecken, warum er in der Sache einen für den GBA vergleichsweise ungewöhnlich hohen Druck aufbaut.

Der GBA setzt damit einen Auftrag des Gesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) um, der die Frage geklärt haben wollte: Wie kann die medizinisch relevante Behandlungspflege von den normalen Hygienemaßnahmen in der Pflegeversicherung abgegrenzt und damit erstattungsfähig werden.

"Ich glaube, wir sind das nicht der Öffentlichkeit, nicht der Politik, sondern den potenziell betroffenen Menschen schuldig", sagte Hecken.

Bis November müsse die Baustelle abgeschlossen sein. Sonst werfe er sein Gewicht als unparteiischer Vorsitzender in die Waagschale und führe eine Entscheidung herbei.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Bis weißer Rauch aufsteigt

[10.08.2012, 21:22:08]
Dr. Udo Thamm 
Phagentherapie gegen MRSA
Als Diabetiker bekam ich einen offenen li.Fuß mit MRSA Befall.Mehrere chirurgische Ausräumversuche scheiterten.Es drohte eine Amputation.Damals habe ich von einer Phagentherapie im Fernsehprogramm von Arte gehört("Lebensretter Ostblockviren").Ich habe im Internet eruiert und bin fündig geworden.Die Behandlungsmethode wurde von einem ausländischen Arzt hier in Deutschland angeboten.Er konnte mir eine Phagenlösung herstellen,die meine MRSA Infektion bekämpfte.Erfolgreich!Die Wunde granulierte zu.Ich habe bis heute meinen Fuß erhalten können.Der Heilungsverlauf war zwar langwierig aber führte zum Erfolg.Ich habe die Heilungstendenz korrekt dokumentiert und ist durch Wundbilder nachzuweisen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »