Ärzte Zeitung, 26.07.2012

Kommentar zur Substitution

Einsichten, die nicht allen schmecken

Von Christian Beneker

Mit einem Bein im Gefängnis: Immer wieder beklagen substituierende Ärzte die Rechtsunsicherheit ihrer Arbeit mit drogenabhängigen Patienten. In Niedersachsen hat im November 2011 die "Beratungskommission für substituierende Ärzte" ihre Arbeit aufgenommen, die 260 subsituierenden Ärzte im Land berät.

Seit Beginn trifft die Initiative offenbar auf große Resonanz bei den Ärzten. Das zeigt, wie ernst die Kollegen ihre Arbeit nehmen. Sie sind eben keine "Dealer in Weiß".

Sondern sie stehen und arbeiten für die Einsicht, dass viele Drogensüchtige (leider) nicht durch Abstinenz ein relativ normales und gesünderes Leben zu führen lernen, sondern erst durch die Substitution - auch wenn diese Einsicht nicht jedem schmeckt.

Die Ereignisse in Hamburg und Bremen zeigen, dass die Kommission längst überfällig war. Der Missbrauch vom Methadon macht an den Landesgrenzen nicht Halt.

Einrichtungen, wie der runde Tisch in Bremen, arbeiten schon länger zusammen und weisen den Weg.

Es geht darum, die Kollegen zu unterstützen und anonymisiert, also ohne Ansehen von Arzt und Patient, sachlich zu beraten. Nur so können die Mediziner in ihrer Arbeit die nötige Sicherheit erhalten.

Lesen Sie dazu auch:
Kommission will Ärzte aus der Grauzone holen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Häufiger Anaphylaxie unter Erdnuss-Immuntherapie

Schlechte Nachrichten für Patienten mit Erdnuss-Allergie: Einer Meta-Analyse zufolge traten unter einer oralen Immuntherapie bei Kindern deutlich mehr allergische Reaktionen auf. mehr »

Unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Masern-Impfschutz gar nicht so schlecht da. Ein Grund, sich auszuruhen, ist das nicht, meinen Ärztevertreter. Doch wie weit sollte eine Impfpflicht gehen? mehr »

Honorar für Leichenschau soll mehr als verdoppelt werden

Eine Arztstunde für rund 220 Euro: Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Neubewertung der Leichenschau in der GOÄ ab 2020. Bei den Ärzten stößt er damit auf Gegenliebe. mehr »