Ärzte Zeitung, 14.08.2012

Förderung

60.000 Euro für neue Hausärzte in Bayern

MÜNCHEN (sto). Wer sich als Hausarzt in Bayern neu in einer Region niederlässt, in der künftig Unterversorgung droht, kann ab sofort staatliche Fördermittel in Höhe von 60.000 Euro in Anspruch nehmen.

60.000 Euro Förderung für neue Hausärzte

Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) verkündete mehrere Förderprogramme mit einem Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro.

© Andreas Gebert / dpa

Damit solle einem drohenden Hausärztemangel im ländlichen Raum entgegengewirkt werden, erklärte Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) am Dienstag beim offiziellen Startschuss für mehrere Förderprogramme mit einem Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro.

Die Gründung oder Übernahme von Hausarztpraxen in Gemeinden mit nicht mehr als 25.000 Einwohnern, in denen ein "besonderer Nachwuchsbedarf" besteht, werde ab sofort auf Antrag mit 60.000 Euro gefördert, für die Gründung einer Filialpraxis gebe es 15.000 Euro, erklärte Huber.

Voraussetzung ist, dass der Hausarzt dort mindestens fünf Jahre hausärztlich tätig ist. Bei Gründung einer Filialpraxis muss er dort mindestens zehn Stunden pro Woche tätig sein.

Suche nach Projekten mit Modellcharakter

Mit einem zweiten Förderprogramm will das Ministerium innovative medizinische Versorgungskonzepte wie etwa Ärztehäuser mit besonders familienfreundlichen Arbeitszeiten unterstützen.

Vorstellbar sei auch, dass bestehende Hausarztpraxen auf dem Land zusätzliche Räume bereithalten, in denen tageweise spezialisierte Fachärzte Sprechstunden abhalten.

"Wir sind da nicht festgelegt, sondern suchen nach Projekten mit Modellcharakter für andere Regionen", erklärte Huber.

Solche Projekte, die das Potenzial haben, in die haus- oder fachärztliche Regelversorgung überführt zu werden, sollen mit bis zu 200.000 Euro bei einem Eigenanteil von mindestens 30 Prozent unterstützt werden.

Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer Dr. Max Kaplan begrüßte die Förderprogramme.

Um eine flächendeckende medizinische Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten, seien innovative Kooperationsformen wie regionale Versorgungszentren erforderlich.

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