Ärzte Zeitung, 21.08.2012

KVen im Norden

Keine Fusion, aber intensivere Kooperation

HAMBURG (di). Keine länderübergreifende KV-Fusion: Diese Linie vertreten im Norden nicht nur die Körperschaften Hamburgs und Schleswig-Holsteins, sondern auch die Politiker. Die ohnehin schon enge Kooperation aber soll ausgebaut werden.

"Sie haben eine Form der Zusammenarbeit erreicht, die in NRW nicht einmal innerhalb der Landesgrenzen möglich ist", sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bei der gemeinsamen Vertreterversammlung der Nord-KVen.

Mit ihrer Parteikollegin Kristin Alheit aus Schleswig-Holstein will sie sich ähnlich eng abstimmen, wie dies die KVen bereits tun.

Ein Zusammenschluss aber steht weder für die ärztlichen Körperschaften, noch für die Politiker auf der Tagesordnung. Rein rechtlich könnten die beiden KVen zwar fusionieren, praktisch aber macht dies aus Sicht von Prüfer-Storcks keinen Sinn.

Sie wünscht sich weiter eine KV nur für Hamburg als Ansprechpartnerin vor Ort, weil die Probleme zwischen Stadt- und Flächen-KV nicht immer deckungsgleich sind. Als Beispiel nannte sie den Fremdkassenzahlungsausgleich, für den Hamburg wie berichtet andere Ziele verfolgt.

Mögliche Synergien in der IT

Auch Alheit lobte die gute Zusammenarbeit der KVen, die nach ihrer Ansicht in der Metropolregion etwa für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung erforderlich ist. Als Beispiel nannte sie die erste Zweigpraxis, die ein Hamburger in Schleswig-Holstein eröffnet hat.

Die KV-Chefs beider Länder, Dieter Bollmann (Hamburg) und Dr. Monika Schliffke (Schleswig-Holstein) prüfen, ob die Kooperation intensiviert werden kann. Bollmann nannte als Beispiel mögliche Synergien in der IT.

Schliffke verwies auf gemeinsame Prüfungen und Standards in der Qualitätssicherung, auch Mecklenburg-Vorpommern ist dabei einbezogen.

Dr. Michael Späth, Vorsitzender der Hamburger Vertreterversammlung, zählte als Beispiele für die Zusammenarbeit beider KVen die Landarztkampagne, mit der Schleswig-Holstein in Hamburg wirbt, die gemeinsame Notfallpraxis an der Stadtgrenze, Abstimmungen in Zulassungsfragen und gemeinsame Klausursitzungen auf.

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