Ärzte Zeitung, 20.11.2012

Südwesten

Drohender Mangel bei substituierenden Ärzte

STUTTGART. Die Versorgung von Substitutionspatienten ist nach Ansicht der Landesärztekammer Baden-Württemberg bedroht.

Es fehle an Nachwuchsmedizinern mit diesem Schwerpunkt. Bereits in vier Bezirken liege der Altersdurchschnitt substituierender Ärzte bei 58 oder 59 Jahren, heißt es in einer Kammermitteilung.

Kammervorstand Dr. Christoph von Ascheraden sieht drei Gründe für den sich abzeichnenden Nachwuchsmangel. Vor allem auf dem Land leide der Ruf der Ärzte, da Suchtkrankheiten nicht als schwere chronische Krankheiten angesehen würden.

Die Gesetze für Substitutionsmedizin seien zu eng gefasst und der Aufwand würde nicht entsprechend honoriert. Daher fordert die Kammer, rechtlich den illegalen Besitz und den Handel mit Betäubungsmitteln klar vom Einsatz zu Therapiezwecken zu trennen.

Auch soll es Ärzten möglich werden, den Patienten Substitute für zwei Tage mit zu geben. Zudem sollen die honorierten Gesprächsziffern auf zwölf pro Quartal erhöht werden. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »