Ärzte Zeitung, 13.12.2012

Saarland

KV gehen Millionen Euro flöten

KV gehen Millionen Euro flöten

Die KV Saarland rechnet mit einer Einigung bei den Honorarverhandlungen. Durch die Fusion der AOKen hat sie aber Einbußen.

Von Andreas Kindel

SAARBRÜCKEN. Anders als in anderen KV-Bezirken zeichnen sich im Saarland "ernsthafte" regionale Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen ab.

KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann hofft sogar, sich schon bis zum 1. April 2013 zu einigen. Die Verhandlungen zwischen KV und Krankenkassen beginnen im Saarland allerdings erst am 18. Dezember.

KV: Kassen signalisieren Verhandlungsbereitschaft

"In der Vergangenheit haben wir hier im Saarland immer vernünftige Lösungen gefunden", sagte Hauptmann der "Ärzte Zeitung".

Daher rechne er nicht damit, dass die Krankenkassen dieses Mal gleich vors Schiedsamt ziehen wollen. Die Kassen hätten vielmehr signalisiert, man wolle ernsthaft verhandeln.

Themen der Verhandlungen werden unter anderem die Erhöhung des Orientierungspunktwerts und der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) sein.

Die KV Saarland schätzt, dass sie von der bundesweit beschlossenen MGV-Erhöhung von 250 Millionen Euro im kommenden Jahr maximal drei Millionen Euro abbekommen wird. Die endgültige Entscheidung über die regionale Aufteilung der Mittel sei aber noch nicht gefallen.

Womöglich sinkt Honorar sogar

Kann die KV nicht bei Einzelleistungen wie Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen noch Verbesserungen aushandeln, könnten die über 1800 Kassenärzte an der Saar einen Honorar-Aufschlag unter der Inflationsrate erhalten.

Möglicherweise wird ihr Honorar unterm Strich sogar sinken. Denn durch die Fusion der AOKen in Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen der KV nach eigenen Angaben sechs Millionen Euro verloren.

So viel Geld habe man bisher für Grenzpendler bekommen, die zwar in Frankreich wohnen, aber bei der AOK versichert sind.

Diese Millionen gehen durch die Fusion jetzt nach Rheinland-Pfalz. "Hier haben wir bisher keine Korrekturen erreichen können", berichtete Hauptmann.

Die Schwierigkeit sei, dass dafür Bundesregelungen geändert werden müssten. Man versuche aber weiter, Verbesserungen für die saarländischen Kassenärzte durchzusetzen.

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