Ärzte Zeitung, 05.12.2012

Schleswig-Holstein

Schulterschluss zur Qualitätssicherung

Kammer und KV in Schleswig-Holstein wehren sich gegen Kassen-Offensive.

BAD SEGEBERG. Mit gemeinsamen Aktivitäten will die Ärzteschaft im Norden das Thema Qualität ärztlicher Tätigkeit stärker besetzen. Ziel ist es, Bestrebungen der Krankenkassen auf diesem Feld in die Schranken zu weisen.

Schleswig-Holsteins Kammerpräsident, Dr. Franz-Joseph Bartmann, sieht die Qualitätssicherung als zentrale Herausforderung der ärztlichen Selbstverwaltung an.

Krankenkassen nähern sich nach seiner Beobachtung diesem Feld unter einem falschen Ansatz: Es gehe ihnen darum, "anstelle des Versicherten qualitative Kriterien für die Inanspruchnahme einer Leistung zu übernehmen. Dieser Ansatz ist aber schon allein dadurch belastet, dass dabei das wirtschaftliche Interesse der Versicherer das individuelle Patientenwohl zu dominieren droht", sagte Bartmann in der Kammerversammlung.

"Qualitätssicherung gerne - aber auf Augenhöhe"

Mit der Ankündigung will Bartmann den Kassen signalisieren, dass die Körperschaften das Thema Qualität ärztlicher Tätigkeit nicht den Beratern der Kassen überlassen wollen.

Hausarzt Dr. Frank Niebuhr aus Lübeck begrüßte die Initiative und forderte von den Kassen ebenfalls nachgewiesene Qualität. "Qualitätssicherung gerne - aber auf Augenhöhe. Ich frage mich, warum wir mit Vertragspartnern über Qualitätssicherung verhandeln müssen, die selbst keine haben", sagte Niebuhr in der Kammerversammlung.

Zwischen den Körperschaften wird das Thema nach Vorstandsgesprächen auf Fachebene weiter verfolgt. Wann Ergebnisse vorliegen, steht noch nicht fest. (di)

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