Ärzte Zeitung, 19.12.2012

Sachsen

Höherer Zuschlag für Kooperationen?

Höherer Zuschlag für Kooperationen?

In der KV Sachsen wird diskutiert, wie fach- und schwerpunktübergreifende Kooperationen gefördert werden können.

DRESDEN. Die sächsischen KV-Vertreter haben in der jüngsten Vertreterversammlung in Dresden gefordert, den prozentualen Zuschlag für Praxen mit fach- und schwerpunktübergreifenden Kooperationen zu erhöhen.

Ein entsprechender Antrag für kommende HVM-Verhandlungen wurde von Dr. Claus Vogel, Leipziger Regionalausschussvorsitzender, gestellt und an den Vorstand überwiesen.

Der Vorstandvorsitzende Dr. Klaus Heckemann machte allerdings deutlich, dass er der Idee skeptisch gegenübersteht. Er fürchtet Missbrauch.

Vogel: Angleichung fällig

Vogel argumentierte in seinem Antrag, dass es bei MVZ mit fach- und schwerpunktgleichen Kooperationen bereits einen prozentualen Zuschlag von zehn Prozent gebe - bei übergreifenden Kooperationen sei deshalb eine Angleichung fällig.

In MVZ gebe es bei gleicher Patientenzahl weniger Behandlungsfälle, noch stärker gelte das für fachübergreifende Kooperationen.

Pauschale "RLV-Zuschläge in der derzeitigen Höhe" könnten dies nicht ausgleichen, was zu "empfindlichen und ungerechtfertigten Einkommenseinbußen führt", so Vogel.

Heckemann befürchtet Missbrauch

Im Antrag ist davon die Rede, dass es derzeit nur einen fünfprozentigen Aufschlag gebe. Dem widersprach KV-Vorstand Heckemann.

So sei bereits jetzt ein zehnprozentiger auch bei übergreifenden Kooperationen möglich; wenn der Kooperationsgrad bei mehr als zehn Prozent liege. Eine Anhebung lehnte er ab.

Diese würde erfahrungsgemäß nur dazu führen, dass der Kooperationsgrad künstlich angehoben werde. "Da wird Missbrauch betrieben ohne Ende", so Heckemann.

Vogel "verwahrte" sich gegen diese Begründung. "Das ist ein schlechtes Signal an die Kollegen, die in der Peripherie in Berufsausübungsgemeinschaften die medizinische Versorgung sicherstellen", sagte er. (tt)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Mikroben – Heimliche Heiler

Jede zweite Zelle in und auf uns gehört einer Mikrobe. Durch die erfolgreiche Behandlung mit fäkalen Mikrobiota – zum Beispiel bei Autismus – hat die Mikrobiomforschung an Fahrt gewonnen. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden – und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »

628 Kliniken soll Geld gestrichen werden

Hunderte Krankenhäuser sollen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten. mehr »