Ärzte Zeitung, 12.02.2013
 

Versorgungsdichte

Wowereit sieht Berlin "gut aufgestellt"

Während der Regierende Bürgermeister die Versorgung in der Hauptstadt lobt, hofft die KV auf die neue Bedarfsplanung.

Von Angela Mißlbeck

BERLIN. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigt sich zufrieden mit der Versorgungsdichte in Berlin.

"Wir können stolz und zufrieden sein, dass wir so eine breite Dichte an hervorragender Versorgung haben", sagte er beim Empfang der Ärztekammer Berlin anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kammer.

Wenn Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) mit der Ärztekammer diskutiere, wie die Arztpraxen regional anders verteilt werden könnten, sei das ein ganz anderes Problem, als es in der Fläche bestehe, so Wowereit. Er verwies auf den Ärztemangel im Nachbarland Brandenburg.

Nur wenige Berliner Ärzte auf Hausbesuch

Für nötig hält er aber auch Rahmenbedingungen, die nicht nur Technikeinsatz, sondern auch Humanität belohnen. "Auch ein Hausbesuch sollte heute nicht die Ausnahme sein", sagte er.

Tatsächlich unternehmen die wenigsten Ärzte in Berlin Hausbesuche. Wowereits Gesamteinschätzung der Berliner Versorgungssituation: "Bei allen Problemen, die in dem einen oder anderen Fall auftauchen: Wir sind gut aufgestellt."

Die Ärztekammer Berlin darf künftig bei der Bedarfsplanung mitreden. Sie ist ebenso wie die Psychotherapeutenkammer Mitglied im neu geschaffenen Landesgremium, das über die Bedarfsplanung beraten soll. Das Gremium hat seine Arbeit aber noch nicht aufgenommen. Noch fehlt auch eine Geschäftsordnung.

Indes haben Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Landesausschuss am 6. Februar bereits den neuen Bedarfsplan für Berlin beschlossen.

Er tritt mit einer Übergangsfrist bis zur Jahresmitte rückwirkend ab Januar in Kraft, sofern die Aufsicht ihn nicht innerhalb von zwei Monaten beanstandet.

Adäquate Verteilung erreichen

Nach Angaben von KV-Vize Dr. Uwe Kraffel werden die Arztgruppen stärker als bisher ausdifferenziert. Auch der Demografiefaktor spiele jetzt eine Rolle.

Kraffel weist darauf hin, dass die Versorgungsdichte in der Stadt mit dem Plan nun gleichmäßiger gestaltet werden könnte.

"Einerseits ist Berlin als ein Planungsbezirk statistisch betrachtet zwar nicht unterversorgt. Andererseits gibt es auch in unserer Region schlechter versorgte Gebiete. Hier können wir nun dank des Bedarfsplans die Versorgung besser steuern. Das betrifft beispielsweise die Verlegung von Arztsitzen von einem in den anderen Berliner Bezirk", so Kraffel.

Die adäquate Verteilung der Arztpraxen in der Fläche Berlins betrachtet auch die Verhandlungsführerin der Krankenkassen vdek-Regionalchefin Gabriela Leyh als Zukunftsaufgabe.

"Wir müssen gemeinsam mit allen Akteuren dafür eintreten, dass sich die Verteilung der Ärzte und Psychotherapeuten zugunsten einiger Bezirke noch verbessert", so Leyh.

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