Ärzte Zeitung, 14.02.2013

Hamburg

KV und Kammer liegen über Kreuz

Der Streit um das Hamburger Ärzteblatt geht in eine neue Runde.

HAMBURG. Legendenbildung, gezielte Unwahrheiten und Blockadehaltung: diese Vorwürfe erhebt Hamburgs Kammerpräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery an die Adresse der KV im schwelenden Konflikt um das Hamburger Ärzteblatt.

Das Thema war Gegenstand der Diskussion bei der jüngsten Kammer-Versammlung. In einer Mitteilung berichtete die Kammer, dass KV-Vertreter, die auch Kammerdelegierte sind, sich erfolglos für eine neue rechtliche Konstruktion für den gemeinsamen Ärzteverlag eingesetzt hätten.

Montgomery: KV soll Blockadehaltung aufgeben

Auch das Amt des Geschäftsführers und der angestellten Redakteurin seien zur Diskussion gestellt worden, hieß es. Die Mehrheit der Delegierten habe sich jedoch gegen diese Linie ausgesprochen.

Montgomery forderte die KV auf, ihre "Blockadehaltung" aufzugeben, mit der sie das "Renommee und die Arbeitsfähigkeit dieses hervorragenden Ärzteblattes aufs Spiel" setze.

Er verwies auf eine seit 65 Jahren funktionierende Zusammenarbeit und warf der KV "gezielte Unwahrheiten" und "Legendenbildung" vor.

Streit um Schriftleiter

Hintergrund des Streits ist der auslaufende Vertrag des Schriftleiters des Hamburger Ärzteblatts. Auf einen Nachfolger konnten sich die Körperschaften wie berichtet bislang nicht einigen.

Beide Seiten haben die vorgeschlagenen Kandidaten der jeweils anderen Körperschaft abgelehnt. Belastet ist das Klima in der Hansestadt auch wegen des Auszugs der Kammer aus dem Hamburger Ärztehaus.

Fest steht, dass die Delegierten eine einvernehmliche Lösung anstreben. In einer Resolution forderten sie ihren Kammervorstand auf, "gemeinsam mit dem Vorstand der KV Hamburg einen neuen Schriftleiter für das Hamburger Ärzteblatt zu finden." (di)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kompromiss gefragt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »

Sinken die Konnektor-Preise?

Wie werden sich die Preise für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur entwickeln, wenn dann vier Konnektoren auf dem Markt sind? Die Selbstverwaltung hofft auf sinkende Preise - doch ob das so kommt, ist fraglich. mehr »