Ärzte Zeitung, 26.02.2013
 

Kammerstatistik

Ärztinnen in Brandenburg stellen Mehrheit

Die Zahl der Ärzte in Brandenburg ist 2012 gestiegen. Und die Medizin in dem Bundesland ist längst weiblich.

POTSDAM. Die Medizin ist weiblich. Was andernorts noch als Trend gilt, ist im Flächenland Brandenburg bereits Realität. Dort überwog die Zahl der Ärztinnen 2012 deutlich die ihrer männlichen Kollegen, teilte die Landesärztekammer Brandenburg mit.

Mit 6479 Meldungen im Register der märkischen Kammer bilden die Ärztinnen die klare Mehrheit gegenüber ihren 5807 männlichen Kollegen. Ihr Anteil ist auf über 52 Prozent gewachsen.

Insgesamt meldet die Brandenburger Kammer, dass die Zahl der Ärzte in Brandenburg weiterhin steigt. 2,5 Prozent mehr Ärzte als 2011 waren 2012 in Brandenburg gemeldet. Dennoch bleibe der Ärztemangel ein Problem. Denn nach wie vor wachse die Zahl der Ärzte im Ruhestand kräftig, diesmal um drei Prozent auf 3152.

Insgesamt nahm die Zahl der Mediziner ohne ärztliche Tätigkeit um 3,4 Prozent zu. Das Arbeitslosigkeitsrisiko für Ärzte ist jedoch nach Kammerangaben weiterhin ausgesprochen niedrig. In Brandenburg waren davon im vergangenen Jahr nur 0,6 Prozent aller Mediziner betroffen.

Mehr Teilzeitärzte

Einen kleinen Zuwachs um 1,5 Prozent verzeichnet die Kammer bei den ambulant tätigen Ärzten. Insgesamt 3576 Ärzte standen 2012 zur ambulanten Versorgung zur Verfügung. Dabei zeichnet sich aber eine Umstrukturierung ab.

Es gab etwas weniger Einzelpraxen (-0,6 Prozent) und deutlich weniger Praxisgemeinschaften (-4,1 Prozent), dafür aber mehr Berufsausübungsgemeinschaften (+3,2 Prozent) und MVZ (+3,4 Prozent).

Auch die Zahl der Privatpraxen ist um 2,2 Prozent gestiegen. Einen großen Sprung gab es bei den Praxisassistenten. Hier verzeichnet die Kammer 16,4 Prozent mehr als 2011.

Als möglichen Grund für die Zunahme betrachtet die Ärztekammer Brandenburg den wachsenden Anteil an Teilzeit-Ärzten. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 291 Ärzte als Praxisassistenten in Brandenburg tätig.

Auch in den märkischen Krankenhäusern waren etwas mehr Ärzte tätig als 2011. Der Zuwachs lag bei 3,1 Prozent. Die Zahl der bei Behörden und Körperschaften angestellten Ärzte blieb unverändert. Die sonstigen ärztlichen Tätigkeiten gingen um 0,6 Prozent zurück. (ami)

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