Ärzte Zeitung, 01.03.2013

Kommentar zum Hamburger Protest

KV in der Offensive

Von Dirk Schnack

Streiken - und dafür von der Bevölkerung geliebt werden? Dass dies nicht gelingen kann, machte der Hamburger KV-Vertreter Dr. Michael Reusch vor einem halben Jahr seinen Kollegen in einer der vielen innerärztlichen Diskussionen um das Honorar deutlich.

Damit hatte er das Kernproblem angesprochen. Denn immer wieder scheuen Vertragsärzte die Konfrontation aus Angst vor der Reaktion von Patienten und Öffentlichkeit.

Die KV Hamburg zeigt aktuell, dass sie daraus gelernt und sich entschieden hat: für die Durchsetzung der ärztlichen Forderungen. Das gilt auch für den Fall, dass die Stimmung gegen die Ärzte kippt.

Eine langfristig angelegte Kampagne soll zwar die Öffentlichkeit für die Forderungen der Ärzte einnehmen, zugleich stoßen die Kassen aber auf eine entschlossene Ärzteschaft, die ihre Standpunkte auch öffentlich gegen Kritik vertritt und selbstbewusst auf den Wert ihrer Arbeit verweist.

Neu ist im hart umkämpften ambulanten Sektor in der Hansestadt, dass sich die Verbände und Fachgruppen in ihrer Haltung weitgehend einig sind und bislang keine Gruppe versucht, auf Kosten einer anderen Vorteile zu erlangen.

Die KV steht vor der Herausforderung, diese Geschlossenheit aufrecht zu erhalten und der Öffentlichkeit ihre Motive für die Aktionen zu vermitteln.

Lesen Sie dazu auch:
Hamburg: "Fortbildungs-Protest" vergrätzt die Kassen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »