Ärzte Zeitung, 06.03.2013

EBM

Hausärzte lehnen Reform ab

BERLIN. Der Deutsche Hausärzteverband lehnt die Eckpunkte zur EBM-Reform weiterhin ab.

"Auch intensive Diskussionen mit den hausärztlichen Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung konnten die Gremien des Hausärzteverbandes weder von der Notwendigkeit noch von der Sinnhaftigkeit eines neuen EBM für Hausärzte überzeugen", erklärte Verbandsvorsitzender Ulrich Weigeldt.

Statt mit dem neuen EBM Verwerfungen in klassischen Hausarztpraxen auszulösen, sollten die hausärztlichen Grundleistungen besser im jetzigen EBM aufgewertet werden.

Die am 1. März von der KBV-Vertreterversammlung beschlossene Trennung der Honorartöpfe von Haus- und Fachärzten dagegen hält der Verband für "sinnvoll". ( eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[06.03.2013, 15:03:00]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Hirnriss gegen Hausärzte?
Dieser KBV-Dreisprung ist ein echt hausarztfeindliches Haudrauf-Manöver:

• Wahltarif I: Hausärzte/-innen werden mit einem Regelleistungsvolumen (RLV) pauschal abgestraft und quartalsweise budgetiert. Die Damen und Herren Fachärzte erstellen ohne Überweisung dicke Einzelfallabrechnungen. Die Patienten bezahlen trotz eingezahlter GKV-Beiträge ein weiteres Mal Facharztrechnungen.
• Wahltarif II: Das herunterbudgetierte Sachleistungsprinzip gilt nur für Hausärzte. Fachärzte agieren dagegen im rechtsfreien Raum mit lukrativer Kostenerstattung und Einzelleistungsvergütung.
• Wahltarif III: Freie Hausarzt- und Facharztwahl nach "flatrate"-Manier und "all-you-can-eat"-Prinzip. Dieses bestehende Sachleistungsprinzip wurde uns von KBV und SpiBu (Spitzenverband Bund der GKV-Kassen) eingebrockt. Und jetzt sollen Versicherte dafür einen sozialgesetzbuchwidrigen Extra-Zusatzbeitrag bezahlen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »