Ärzte Zeitung, 28.03.2013
 

Kommentar zu den ÄKNo-Honorarplänen

Zwischen Ethik und Monetik

Von Ilse Schlingensiepen

Die KV kümmert sich ums Geld, die Ärztekammer um die Ethik - auf diese Formel werden die unterschiedlichen Aufgaben der beiden Körperschaften gern gebracht. Gestimmt hat die holzschnittartige Charakterisierung nie. Weder kann die Kammer die Augen vor den finanziellen Rahmenbedingungen verschließen, noch die KV vor den möglichen ethischen Implikationen der Honorarpolitik.

Wenn einzelne Fachgruppen beklagen, dass ihre Vergütung nicht mehr ausreicht, um die Patienten angemessen zu versorgen, muss das die KV alarmieren. Es kann aber auch der Kammer nicht egal sein. Schließlich sind sowohl das ärztliche Berufsethos als auch das Patientenwohl bedroht.

Es ist daher nur konsequent, dass die Ärztekammer Nordrhein jetzt die Vergütung der niedergelassenen Ärzte offiziell auf ihre Agenda gesetzt hat. Durch Gespräche mit den Kollegen will sich Kammerpräsident Rudolf Henke selbst ein Bild machen und auch die Konzepte der KBV prüfen.

Damit begibt er sich auf eine schwierige Gratwanderung. Wenn der Eindruck entsteht, dass die Kammer sich für die bessere KV hält, dann ist Ärger zwischen den Körperschaften programmiert. Genau das können die Ärzte im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen nicht brauchen.

Lesen Sie dazu auch:
Nordrhein: Kammer will bei Honoraren vermitteln

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