Ärzte Zeitung, 11.06.2013

KV Brandenburg

600 Patienten-Beschwerden jedes Jahr

Jedes Jahr 600 Beschwerden von Patienten

Rund 600 Beschwerden über Ärzte hat die KV Brandenburg letztes Jahr erhalten. Verweigerte Behandlungen sind der Hauptgrund - doch nicht jede Eingabe ist berechtigt.

POTSDAM. Eine Arztpraxis hat die Behandlung abgelehnt. Diesen Vorwurf haben 110 Patienten und Angehörige gegenüber der KV Brandenburg (KVBB) im vergangenen Jahr erhoben.

Das berichtete KV-Vize Andreas Schwark der Vertreterversammlung Ende März aus dem Geschäftsbereich Beschwerdemanagement der KVBB. Meist gaben die Ärzte an, dass sie keine Kapazitäten mehr hätten.

Neben der Ablehnung der Behandlung waren Behandlungsfehler die häufigsten Vorwürfe. Mit 74 Beschwerden spielte auch der Bereitschaftsdienst eine wichtige Rolle. 65 Beschwerden drehten sich um Privatliquidationen, 55 um die Verordnungsweise und 41 um die Herausgabe von Patientenunterlagen.

Insgesamt erreichen die KVBB jedes Jahr rund 600 Beschwerden. Der überwiegende Teil kommt von Patienten und Angehörigen. Zwischen 468 und 574 Patienten und Angehörige haben sich von 2008 bis 2012 pro Jahr bei der KVBB beschwert.

Hinzu kamen zwischen 51 und 108 Beschwerden von Krankenkassen und zehn bis 19 seitens der Landesärztekammer.

"Wir versuchen immer, die Ärzte, um die es geht, auf dem kleinen Dienstweg einzubeziehen", sagte Schwark. Im Ergebnis stellten sich für 2012 nur 40 der knapp 600 Beschwerden als berechtigt dar.

"Die Praxen sind auf das Fehlverhalten hingewiesen worden", so der KVBB-Vize. Bei knapp der Hälfte der Beschwerden war nach seinen Angaben keine Bewertung möglich.

Das erklärte Schwark damit, dass in den meisten Fällen die Angaben von Beschwerdeführer und Arzt widersprüchlich gewesen seien. Immerhin 264 Beschwerden hätten sich aber als unberechtigt herausgestellt.

[11.06.2013, 10:04:18]
Gerd Eisentraut 
Beschwerden oder Anfragen?
Nach unseren Erfahrungen in der zahnärztlichen Patientenberatung in Hamburg ist nicht jeder Anruf gleich eine Beschwerde. Im Gegenteil: Nur ein kleiner Prozentsatz der Anrufe bezieht sich wirklich auf Beschwerden über Behandlerinnen und Behandler bzw. Praxen. In aller Regel sind die Anfragen sachlicher Natur. Da ist etwas nicht verstanden worden, da wird nach Alternativen gefragt oder ein komplizierter Sachverhalt noch aus einer anderen Ecke betrachtet.
Freundliche Grüße,
Gerd Eisentraut
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